Bedrohungslage bekannt

Kopfschuss-Mord: Opfer lehnte Personenschutz ab

Der am späten Samstagabend in Linz festgenommene Mann (47), der wenige Stunden zuvor in Gerasdorf bei Wien den gebürtigen Tschetschenen Martin B. erschossen haben soll, ist in die Justizanstalt Korneuburg eingeliefert worden. Zudem kamen brisante Details ans Licht: So dürfte B. von den heimischen Behörden Personenschutz angeboten worden sein - was dieser aber abgelehnt haben soll. Am Sonntagnachmittag gab es im Zusammenhang mit der Bluttat eine zweite Festnahme. Auch bei diesem Mann handelt es sich um einen gebürtigen Tschetschenen.

Über den mutmaßlichen Schützen - ein 47 Jahre alter, wie das Opfer aus Tschetschenien stammender, russischer Staatsbürger - wurde am Sonntag bereits die U-Haft verhängt. Der zweite Festgenommene befindet sich ebenfalls schon in der Justizanstalt Korneuburg. Ob über ihn ebenfalls die U-Haft verhängt wird, könnte sich noch am Sonntag entscheiden. Er hatte sich zum Tatzeitpunkt am Tatort aufgehalten und war zunächst als Zeuge geführt worden. Bei seiner polizeilichen Befragung verwickelte er sich dann aber in Widersprüche, sodass schließlich wegen Verdachts auf eine mögliche Beteiligung an dem Verbrechen die Handschellen klickten.

Seit 2007 als Konventionsflüchtling im Land
Wie von der „Krone“ berichtet, handelt es sich bei dem Toten ebenfalls um einen gebürtigen Tschetschenen. Der 43-jährige Mamikhan bzw. Anzor A. war seit 2007 als Konventionsflüchtling in Österreich gemeldet. Zuletzt hatte er seinen Namen in Martin B. geändert.

Opfer lehnte Personenschutz ab
Vor dem tödlichen Anschlag auf sein Leben, bei dem es sich laut Informationen der „Krone“ um eine Auftragstat gehandelt hat, dürfte es jedenfalls bereits ein konkretes Bedrohungsszenario gegeben haben. Martin B. soll nämlich von den Sicherheitsbehörden Personenschutz angeboten worden sein, was dieser aber laut Informationen der APA abgelehnt haben soll.

Auftragsmord erinnert an den Fall Israilov
Das Opfer gilt als Gegner von Tschetscheniens Präsident Ramsan Kadyrow. Die Tat erinnert an den Mordfall des tschetschenischen Flüchtlings Umar Israilov am 13. Jänner 2009 in Wien-Floridsdorf. Der Familienvater wurde auf offener Straße erschossen. Der Menschenrechtsaktivist war ein Gegner des tschetschenischen Präsidenten Kadyrow. In der Folge wurden drei Männer rechtskräftig verurteilt.

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Mittwoch, 12. August 2020
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