04.07.2020 11:22 |

„Noch keine 2. Welle“

Coronavirus in Österreich: 115 Neuinfektionen

Die Anzahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus ist in Österreich am Samstag zum wiederholten Mal dreistellig. Exakt 115 Fälle kamen im Vergleich zu Freitag hinzu. Damit waren 853 Personen aktiv erkrankt. Die meisten Zuwächse gab es mit über 50 in Wien, gefolgt von Oberösterreich mit fast 40 neuen Fällen und der Steiermark, so die Zahlen des Innenministeriums. Eine zweite Welle lässt sich laut Datenanalyse der AGES-Epidemiologen und Experten der TU-Graz allerdings noch nicht ablesen. Eher handle es sich in einigen Bundesländern um kurzfristige „Zacken“ in den Kurven.

In Niederösterreich kamen acht Neuerkrankte hinzu, im Burgenland vier, in Salzburg drei und in Kärnten und Vorarlberg jeweils einer. Keine Neuinfektionen im Vergleich zum Freitag verzeichnete Tirol. 68 Personen befinden sich in Spitalsbehandlung, acht von ihnen liegen auf der Intensivstation.

Bisher gab es in Österreich (Stand 10 Uhr) insgesamt über 18.000 positive Testergebnisse. Die Zahl der in Österreich an oder mit Covid-19 Verstorbenen blieb mit 705 unverändert.

Mehr als die Hälfte der Neuinfektionen in Wien
Wien hat am Samstag knapp über 50 Coronavirus-Neuinfektionen verzeichnet. Die Zahl der insgesamt jemals Erkrankten überstieg erstmals die 4000er-Marke - seit Beginn der Krise wurden 4036 Fälle bestätigt. Knapp über 3500 Personen galten am Samstag, Stand 8 Uhr, als genesen. Somit gab es in der Bundeshauptstadt 305 aktiv Erkrankte. Die Zahl der mit dem Coronavirus Verstorbenen lag laut dem Krisenstab der Stadt weiter bei 198.

Experten orten „Zacken“, aber keine „Welle“
AGES- und TU-Experten gaben am Freitagabend bekannt, dass sich die effektive Reproduktionszahl - jener Wert, der angibt, wie viele Menschen von einem Infizierten im Schnitt angesteckt werden - für ganz Österreich seit Mitte Mai um den Wert 1 eingependelt hatte. Ab 18. Juni stieg dieser Wert auf aktuell etwa 1,37 an. Ein Blick auf die einzelnen Bundesländer zeigt dabei teils große Unterschiede:

  • Die Situation in Wien sei laut Experten weiterhin stabil. Die Zahl der täglich neu diagnostizierten SARS-CoV-2-Infektionen schwankt etwa seit 20. April von Tag zu Tag - mit wenigen Ausreißern - zwischen 20 und etwa 50 Fällen. Die effektive Reproduktionszahl lag um den 12. April auf einem niedrigen Wert von rund 0,5. Mit Anfang Juni stieg dieser Wert auf etwa 1.
  • Für Niederösterreich ist die effektive Reproduktionszahl wieder durchgängig und lag zuletzt beim Faktor 1. Pro Tag wurden etwa zwischen fünf und zehn SARS-CoV-2-Fälle registriert.
  • Für das Burgenland wird seit 6. Mai wegen zu geringer SARS-CoV-2-Fallzahlen keine Reproduktionszahl angegeben.
  • Gleiches zeigt die Grafik für Kärnten zwischen 24. April und 23. Juni. Jeweils an einzelnen Tagen um die drei Fälle ab dem 19. Juni brachten kurz eine effektive Reproduktionszahl von knapp unter 2,5, um binnen einer Woche wieder auf etwas über 1 abzufallen.
  • Einer Berg-und-Tal-Bahn ähnelt die Kurve in Oberösterreich. Zwischen Anfang Mai und 19. Juni gab es täglich kaum SARS-CoV-2-Fälle. Mit 23. Juni schnellte die Zahl dann auf bis zu knapp unter 60 am 1. Juli in die Höhe. Das bedeutete zuletzt (1. Juli) eine effektive Reproduktionszahl von 2,5.Die dort regional gesetzten Maßnahmen mit Contact-Tracing und Quarantäne rund um zwei evangelikale Glaubensgemeinschaften soll die Situation wieder unter Kontrolle bringen.
  • Bei dem Rotary-Club-Cluster in Salzburg wurde um den 19. Juni eine effektive Reproduktionszahl von knapp unter 4 registriert. Mit 1. Juli landete diese wieder bei 1.
  • In der Steiermark liegt die aktuelle effektive Reproduktionszahl bei 1,5, vom 30. Mai bis gegen den 23. Juni gab es zu wenige Fälle für Berechnungen. Am 1. Juli wurden im ganzen Bundesland etwa zehn Fälle registriert.
  • „Ebbe“ statt „Welle“ findet sich bei den Fallzahlen in Tirol seit etwa 10. Mai. Einige wenige bestätigte Infektionen seit 27. Juni führten plötzlich zu einer zuletzt effektiven Reproduktionszahl von etwas über 2.
  • Für Vorarlberg gibt es hier spätestens seit Anfang Juni keine ausgewiesenen Resultate (zu geringe Fallzahl).

Zu beachten ist: Die effektive Reproduktionszahl gibt nur einen Hinweis auf die Entwicklung, ohne eine Aussage über die Zahl der Fälle zu treffen.

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