Aufregung in Garsten

Giftige Kürbisspinne biss Frau beim Sonnenbaden

Einen Schrecken hat eine Giftspinne einer Mutter (40) in Garsten in Oberösterreich eingejagt. Sonja S. spürte beim Sonnenbaden im Garten einen schmerzhaften Stich. Verursacherin war eine Spinne mit dickem, violettem Hinterteil. Die Folgen: Herzrasen, Schwindel, Unwohlsein. Das angriffslustige Tier war eine heimische Kürbisspinne.

Sonja S. hatte es sich im Liegestuhl ihres Gartens in Garsten bequem gemacht, sie wollte ein wenig Sonne tanken. Nach einer Stunde spürte sie am rechten Oberschenkel plötzlich einen schmerzhaften Stich. „Ich hab’ erst gedacht, dass mich eine Biene oder Wespe erwischt hat“, erklärt die 40-Jährige. Erschrocken fuhr sie hoch und sah eine etwa zwei Zentimeter große Spinne am Handtuch. „Die hat ungewöhnlich ausgeschaut und war total angriffslustig – sie hat sich sofort aufgebäumt, als ich mich etwas näherte“, sagt S. Ihre 16-jährige Tochter begutachtete die Bissstelle, die tiefrot und geschwollen war. „Da war mir klar, dass diese Spinne giftig sein muss“, erzählt die 40-Jährige. 

Außergewöhnliche Farbe
Bevor sie das Krabbeltier aber mit einem Feuerzeug tötete, machte sie noch drei Beweisfotos, die sie dem Steyrer Reptilien- und Spinnenexperten Hans Esterbauer schickte. Aufgrund der ungewöhnlichen Farbe des Tieres war dieser aber selbst nicht ganz sicher, um welche Spinne es sich handelt. Er konnte aber Entwarnung geben: Für die Frau bestand keine Lebensgefahr.

Herzflattern
Wie sich später herausstellte, war es eine Kürbisspinne mit ungewöhnlicher Färbung. S.: „Die Begegnung mit ihr war nicht angenehm - die Wunde hat stark gebrannt, mir war auch schwindelig und ich hatte leichtes Herzflattern. Meine Tochter hat mir die Bissstelle mit Eis gekühlt, zum Arzt bin ich dann nicht mehr gegangen.“

„Ihre Färbung hat mich irritiert“
Hans Esterbauer aus Steyr ist viel beschäftigter Experte für Reptilien und Spinnen. Eine violette Kürbisspinne war aber auch für ihn neu.

„Krone“: Sonja S. hat Sie unmittelbar nach dem Biss der Giftspinne um Rat gefragt.
Hans Esterbauer: Ich kenne die Dame schon von einem Einsatz vor etwa drei Jahren. Damals hatte sie in ihrem Garten auch eine giftige Dornfingerspinne. Daran hat sie sich nun erinnert.

„Krone“: Diesmal war es offenbar aber gar nicht so einfach, herauszufinden, um welche Spinne es sich beim fotografierten Exemplar handelt.
Esterbauer: Es war die außergewöhnliche Farbe, die mich irritiert und stutzig gemacht hat. Ein derart gefärbtes Spinnentier habe ich zuvor nie gesehen. Ich hab’ daher eine befreundete Spinnenkundlerin, Judith Kastenmeier vom Haus des Meeres in Wien, kontaktiert. Sie hat mir bestätigt, dass es sich tatsächlich um eine männliche Kürbisspinne handelt.

„Krone“: Wie giftig sind solche Spinnen einzustufen?
Esterbauer: Für den menschlichen Organismus ist das Gift der Kürbisspinne ungefährlich, außer natürlich, man ist allergisch darauf. Insgesamt ist es vergleichbar mit dem Gift einer Wespe.

Jürgen Pachner, Kronen Zeitung

Jürgen Pachner
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