21.06.2020 02:40 |

25-Jähriger in Haft

Messerangreifer tötet drei Parkbesucher in England

In einem Park im südenglischen Reading ist am Samstagabend ein Mann mit einem Messer auf mehrere dort in Gruppen zusammensitzende Menschen losgegangen und hat dabei drei Parkbesucher getötet. Zahlreiche Menschen wurden zum Teil schwer verletzt, wie die Polizei in der Nacht auf Sonntag bekannt gab. Videos, die in den sozialen Medien verbreitet wurden, zeigten mehrere im Gras liegende Körper, an denen Wiederbelebungsmaßnahmen durchgeführt wurden. Der Verdächtige befindet sich in Gewahrsam, laut Medien soll es sich um einen Libyer handeln. Der 25-Jährige soll mehrere Opfer in den Hals gestochen haben.

Hatte es zunächst geheißen, dass es sich bei den blutigen Angriffen in den Forbury Gardens um eine Terrortat handeln könnte, sagte Polizeichef Ian Hunter: „Dies wird gegenwärtig nicht als terroristischer Zwischenfall eingestuft, aber wir bleiben hinsichtlich des Tatmotivs aufgeschlossen.“ Die Ermittler würden bei ihrer Arbeit durch Kollegen aus der Anti-Terror-Abteilung unterstützt.

Gegen den Verdächtigen wird wegen Mordes ermittelt. Bei dem Mann, von dem die Polizei lediglich das Alter bekannt gab und dass er aus Reading stamme, dürfte es sich um einen Einzeltäter handeln: „In dieser Phase der Ermittlungen suchen wir nach keiner weiteren Person, die in Verbindung zu diesem Vorfall stehen könnte.“ Auch gebe es keine weitere Gefahr für die Öffentlichkeit, so Hunter.

„Der Mann hat etwas gerufen, dann ist er auf die Gruppe losgegangen“
Gegenüber dem „Telegraph“ schilderte ein Augenzeuge, der Angreifer habe zunächst, gegen 20 Uhr MESZ, eine Gruppe von zehn Leuten im Visier gehabt. „Der Park war ziemlich voll“, schilderte der 20-Jährige der Zeitung. „Die Leute sind mit Freunden zusammengesessen und haben etwas getrunken. Ein Mann ist durchgegangen und hat plötzlich etwas Unverständliches gerufen, dann ist er auf die Gruppe losgegangen.“

Der Angreifer habe zunächst auf drei Menschen eingestochen, in den Hals und in den Oberkörper, und sei dann auf den 20-Jährigen selbst zugelaufen. „Wir haben uns umgedreht und sind gerannt. Als er gemerkt hat, dass er uns nicht erreichen kann, ist er auf eine andere Gruppe losgegangen, die am Boden gesessen hatte. Er hat eine Person erwischt und in den Nacken gestochen. Als er merkte, dass alle zu rennen begannen, flüchtete er aus dem Park.“ Der Verdächtige wurde laut Polizei noch am Tatort festgenommen.

Am späten Abend kam es zu einer Hausdurchsuchung in einem Wohnhaus in Reading. Dort dürfte der Verdächtige gelebt haben.

Der britische Fernsehsender Sky News berichtete, dass in dem Park zuvor eine Kundgebung der „Black Lives Matter“-Bewegung stattgefunden hatte. Laut Polizei besteht aber kein Zusammenhang zwischen den Angriffen und der Kundgebung, die rund drei Stunden vor den tödlichen Attacken endete.

Aufgrund in den sozialen Netzwerken kursierender Videos von den Szenen nach den Bluttaten und angeblich auch der Festnahme bittet die Polizei, den Ermittlern die Aufnahmen zur Verfügung zu stellen. Es sei aber davon abzusehen, die „verstörenden Szenen“ zu veröffentlichen oder zu teilen.

Stadtrat: „Halten Sie sich vom Gebiet fern“
Innenministerin Priti Patel zeigte sich „zutiefst beunruhigt“. Der Vorsitzende des Stadtrats von Reading, Jason Brock, schrieb auf Twitter: „Bitte halten Sie sich von dem Gebiet fern, da die Polizei mit einem ernsten Zwischenfall befasst ist.“ Premierminister Boris Johnson dankte allen Einsatzkräften.

Reading liegt rund 70 Kilometer östlich von London, dort leben rund 160.000 Menschen.

Heike Reinthaller-Rindler
Heike Reinthaller-Rindler
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