Rechnungsabschluss

Eine Jubelmeldung mit einem fahlem Beigeschmack

Schulden zurückgezahlt, ein Überschuss, der weitaus höher ist als veranschlagt – SP-Bürgermeister Klaus Luger bewertete den gestern von ihm präsentierten Rechnungsabschluss der Stadt als erfreulich. Insider weisen jedoch daraufhin, dass der Schein trügt, manches über strukturelle Probleme hinwegtäuschen soll.

„Die Stadt Linz hat 2019 mit zirka 97 Millionen Euro um 15 Millionen € mehr als im Jahr zuvor investiert. Gleichzeitig ist es gelungen, die Schulden um 67 Millionen € zu verringern. Damit verfügen wir über eine tragfähige Ausgangsbasis für die Bewältigung der Corona-Krise“, betonte SP-Stadtchef Klaus Luger bei seiner gestrigen Präsentation des Rechnungsabschlusses.

Insider haben Zweifel
Ob die abermals verbesserten finanzwirtschaftlichen Kennzahlen wirklich zu Jubelmeldungen hinreißen lassen sollten, bezweiflen Insider allerdings. Denn wie auch im Landesrechnungshofbericht kritisch erwähnt, täuscht manches nur über strukturelle Probleme hinweg. Wie etwa, dass man durch den 2016 beschlossenen Verkauf von Grundstücken an die städtische GWG bis heuer 73 Millionen € lukriert – 2019 stehen davon 13 Millionen € zu Buche –, die das Budget besser darstellen, aber bildlich gesprochen nur von einem Hosensack in den anderen wandern.

Und diese Methode wird scheinbar beibehalten. So wurde dem Vernehmen nach erst kürzlich im GWG-Aufsichtsrat beschlossen, die bis 30. Juni 2020 datierte Kaufoption über rund 240 Grundstücke im Ausmaß von über 140.000 m² im Linzer Süden zu ziehen. Was bis 2026 knapp 95 Millionen € in die gebeutelte Stadtkasse spülen wird.

Mario Ruhmanseder
Mario Ruhmanseder
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Samstag, 11. Juli 2020
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