20.05.2020 21:42 |

Zwischenergebnis

Jeder fünfte Stockholmer hat Corona-Antikörper

Mehr als 20 Prozent der Einwohner Stockholms haben Antikörper gegen das neuartige Coronavirus gebildet. Das ist das Zwischenergebnis einer noch laufenden Studie der staatlichen Gesundheitsbehörde, die ihre Erkenntnisse am Mittwoch veröffentlichte. Demnach zeigte sich im schwedischen Corona-Hotspot Stockholm, dass 7,3 Prozent mehr als 1000 zufällig getesteten Personen über Antikörper verfügte. 

Bei der Hochrechnung des Bevölkerungsanteils mit Antikörpern wurde berücksichtigt, dass die Tests bereits bis Ende April zurückliegen und dass es einige Wochen dauert, bis der Körper Antikörper gegen den Erreger entwickelt. Der schwedische Chef-Virologe Anders Tegnell geht davon aus, dass „ein bisschen über 20 Prozent“ der Bewohner Stockholms sich mit dem neuartigen Erreger infiziert hätten.

Mehr als ein Drittel der Fälle in Stockholm
Mehr als ein Drittel der in Schweden bestätigten Fällen betrifft die Hauptstadt. Am ehesten hatten Menschen zwischen 20 und 64 Jahren Antikörper gebildet (6,7 Prozent), bei den über 65-Jährigen waren es 2,7 Prozent. Das Ergebnis zeige, dass diese Bevölkerungsgruppe gut darin sei, sich zu schützen, sagte Tegnell.

Schwedens umstrittener Sonderweg
Durch den Test auf Antikörper im Blut kann nachgewiesen werden, ob jemand mit dem Coronavirus infiziert war. Schweden geht in der Pandemie einen Sonderweg ohne Ausgangsbeschränkungen. Die Schulen für Kinder unter 16 Jahren blieben offen ebenso wie Cafés, Bars, Restaurants und Geschäfte. Die Menschen sind lediglich aufgefordert, in Eigenverantwortung die Abstandsregelungen einzuhalten.

Der schwedische Sonderweg steht in der Kritik: Die Zahl der Corona-Toten übersteigt die anderer skandinavischer Länder, die strikte Ausgangsbeschränkungen verhängt hatten. Bis Mittwoch hatten sich in Schweden mindestens 31.523 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, 3831 Menschen starben.

Österreich steht derzeit mit einer vergleichbaren Bevölkerungszahl und deutlich strengeren Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Virus mit etwa der Hälfte der Corona-Fälle und weniger als einem Fünftel der Todeszahlen von Schweden da.

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