12.05.2020 06:00 |

„Datenbereinigung“

Krisenstab gegen Wien: Gewirks mit den Zahlen

Bund gegen Wien - wer diesen Streit jetzt schon langweilig findet, wird sich gedulden müssen. Bis zur Wien-Wahl am 11. Oktober vergeht noch viel Zeit, die beide Seiten mit Zoff vergeuden können. Das neueste Stück auf der Bühne: Der Krisenstab des Bundes veröffentlichte Zahlen, die Wien wahrlich in keinem guten Licht dastehen lassen.

Sie betreffen die Corona-Testungen des vergangenen Sonntags. So wurden 526 Tests aus Tirol gemeldet, 581 aus Oberösterreich, beachtliche 1068 aus Niederösterreich. Und wie viele waren es in Wien? Magere 51 Stück. Die Bundeshauptstadt als Testmuffel, Muttertagsflaute im Kampf gegen die Pandemie?

Insgesamt 73.000 Tests in Wien durchgeführt
Stimmt nicht, heißt es von der Stadt Wien. Es habe wieder eine „Datenbereinigung“ gegeben, wird aus dem Büro von Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) vermeldet. Das bedeutet: Private Labors, die sich neu an dem Prozess beteiligen, speisen all ihre bisherigen Testergebnisse auf einmal in das System. Es komme zu Dubletten. Aus diesem Grund sei am Montag noch „keine neue Gesamt-Testungszahl aus Wien bekannt gegeben worden“. Man sei aber bei Tests gut dabei: Insgesamt 73.000 in Wien stehen fast 60.000 in Tirol gegenüber.

Fazit: Das Wien-Bashing des Bundes wirkt nach den von Türkis-Grün geradezu ignorierten Skandalvorfällen in Tirol wenig glaubwürdig. Wien als Millionenmetropole hingegen sollte es schaffen, verlässliche Zahlen zu liefern.

Michael Pommer und Christoph Budin, Kronen Zeitung

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