08.05.2020 09:39 |

Enormer Anstieg

„Intensive Bedrohung“ durch Internetkriminalität

488.912 Straftaten sind im Jahr 2019 in Österreich angezeigt worden. Das ist ein Plus von 3,4 Prozent zum Jahr davor, aber der zweitbeste Wert der vergangenen zehn Jahre. Die Aufklärungsquote blieb mit 52,5 Prozent stabil, wie am Freitagvormittag bei einer Pressekonferenz des Bundeskriminalamts (BK) in Wien erläutert wurde. Starke Anzeigenzuwächse gab es bei Internet- und Wirtschaftskriminalität. „Cyberkriminalität ist allumfassend“, warnte Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) vor einer „intensiven Bedrohung des Rechtsstaates“.

Die gemeldeten Internetkriminalitäts-Fälle stiegen im Jahresvergleich von 19.627 auf 28.439 Straftaten. Das ist ein Plus von 45 Prozent und die mit Abstand höchste Anzeigenzahl der vergangenen zehn Jahre.

Umfasst werden von Internetkriminalität Delikte wie Drogenhandel, Betrug, Erpressung oder Bedrohung. Spezifischer gefasst wird der Begriff Cybercrime. Darunter werden Delikte verstanden, die durch weltweite Netzwerke geführt werden, die es beispielsweise auf Hochsicherheitssysteme des Bankenwesens abgesehen haben. Diese stiegen sogar um rund 148 Prozent an. Die Aufklärungsquote sank bei Internetdelikten leicht auf knapp 36 Prozent. Ein starker Anstieg (52,5 Prozent) wurde auch beim Trickbetrug verzeichnet.

Auch bei der Gewaltkriminalität gab es ein Plus (5,3 Prozent) auf 73.079 angezeigte Fälle. Das ist die zweithöchste Zahl in den vergangenen zehn Jahren, die Aufklärungsquote stieg dabei leicht auf 85 Prozent. Morde wurden im Vorjahr 65 verzeichnet, das waren um fünf mehr als im Jahr 2018. In den Jahren 2014 und 2015 hatte es jeweils weniger als 40 Tötungsdelikte gegeben. Zwei Morde aus dem Vorjahr sind noch ungeklärt.

Häufigste Tatwaffe ist Stichwaffe
Als Tatwaffe wird zumeist zu einer Stichwaffe gegriffen. So wurde im vergangenen Jahr 2469-mal eine Stichwaffe benutzt. 58,2 Prozent der Opfer von Gewaltdelikten sind Frauen, zur Tat kam es meist im privaten Umfeld. 41,8 Prozent der Opfer waren Männer - hier kam es hingegen eher im öffentlichen Bereich zur Tat. In 59,6 Prozent der Fälle kannten einander Opfer und Täter.

Rückgang bei Einbrüchen und Kfz-Diebstählen
Wohnraumeinbrüche gingen auf 8835 angezeigte Fälle zurück, ein neuer Tiefstwert der vergangenen Jahre und knapp zehn Prozent weniger als 2018. Auch die Kfz-Diebstähle sanken kontinuierlich weiter auf 2194 Anzeigen. Vor zehn Jahren waren es noch rund doppelt so viele gewesen.

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