26.04.2020 16:20 |

Wurde nicht behandelt

Türkei lässt Corona-Patient aus Schweden holen

Nach dem Hilferuf seiner Töchter wurde ein Corona-Patient aus Schweden in die Türkei transportiert. Der Mann war schwer erkrankt, hatte in Schweden - seiner Heimat - aber keine medizinische Versorgung erhalten.

Emrullah Gülüsken lebt mit seinen vier Kindern im schwedischen Malmö. Obwohl bei dem 47-Jährigen ein symptomatischer Verlauf und ein positiver Coronavirus-Test vorlagen, wurde er vom Spital wieder nach Hause geschickt. 

Töchter baten türkische Regierung um Hilfe
Seine beiden Töchter Leyla und Samira Gülüsken wollten das nicht auf sich sitzen lassen und appellierten mit einem Aufruf über die sozialen Medien an die türkische Regierung: „Helft uns, dass unsere Stimme gehört wird, unser Vater ist in einem schlimmen Zustand, er muss schnellstmöglich behandelt werden.“ Tochter Leyla teilte dazu ein Video, das den Familienvater in einer desolaten Verfassung zeigt.

Und siehe da, der türkische Gesundheitsminister Fahrettin Koca antwortete: Auf Twitter schrieb er Sonntagfrüh: „Liebe Leyla, wir haben dich gehört. Unser Ambulanzflugzeug wird um 6 Uhr starten, wir kommen nach Schweden. Die ganze Türkei ist traurig, dass ihr in einer solchen Zeit in der Ferne seid. Unsere Krankenhäuser und Ärzte warten schon auf deinen Vater. Ich möchte dir von unserem Präsidenten und dem ganzen Volk unsere Genesungswünsche ausdrücken.“

„Die meisten Covid-19-Fälle nicht im Spital behandelt“
Die betroffene Region Skane erklärte, dass man sich der Angelegenheit zwar bewusst sei, aber aus Gründen der Vertraulichkeit über Patienten keine Kommentare zu Einzelfällen abgegeben könne. Man habe Routinebehandlungen für Covid-19-Patienten und es würden jeweils medizinische Bewertungen vorgenommen. „Gleichzeitig ist darauf hinzuweisen, dass die meisten Fälle in Krankenhäusern nicht behandelt werden“, sagt Jimmy Gottfridsson, Pressesprecher der Region Skane, zu dem Vorfall.

Deutlich freizügigere Maßnahmen
In Schweden gelten zwar deutlich freizügigere Maßnahmen im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus, weshalb unter anderem Bars, Restaurants und Cafés weiter geöffnet sein dürfen. Behörden und Regierung hatten jedoch dringend darum gebeten, dass die Lokale ausreichend Abstand zwischen ihren Gästen gewährleisten und ihre Kunden nur am Tisch bedienen sollten.

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