Streit um Hoferben

Mutter erschossen: „Täter war kein Eigenbrötler“

Nach der Gewalttat im oberösterreichischen Kronstorf, bei dem ein Landwirt seine 81-jährige Mutter bei einem Streit wegen eines fehlenden Hoferben erschossen hat, stand die rund 3500 Einwohner zählende Gemeinde am Samstag still. „Im Ort ist man fassungslos, und alle, die die Familie kannten, stehen unter Schock“, bezeichnete Kronstorfs Bürgermeister, der Landtagsabgeordnete Christian Kolarik (ÖVP), die Stimmung in der Marktgemeinde. 

Den 46-Jährigen, der die Waffe auf die eigene Mutter gerichtet haben soll, kennt Kolarik seit Jugendtagen. Der Mann war als Einzelkind auf dem Hof groß geworden. „Er ist ein gutmütiger, freundlicher und gewissenhafter Mensch“, zeichnete der Bürgermeister ein ganz anderes Bild von dem mutmaßlichen Gewalttäter. Der Vater war vor zehn Jahren verstorben, seither sorgten sich Mutter und Sohn alleine um den Betrieb, den der Ortschef als „stattlichen Hof“ beschrieb. Mit Ackerbau und Wald wurde die Landwirtschaft am Laufen gehalten. Der Bauer war zudem Lehrer für die Facharbeiterausbildung und gab so sein Wissen an zukünftige Landwirte weiter.

Streitigkeiten "in dieser Klarheit nicht zu sehen"
Die von Kolarik als agil und rüstig beschriebene Mutter half nach Kräften noch mit. Der Sohn fuhr sie anscheinend bereitwillig regelmäßig sowohl in den Ort zum Einkaufen als auch an den Sonntagen in die Kirche. Dass es Streitigkeiten zwischen den beiden wegen der ausbleibenden Familiengründung des Sohnes gab, hätte man „in dieser Klarheit nicht“ gesehen.

„War bei jeden Feuerwehrfest dabei“
Der 46-Jährige hatte zwar weder Frau noch Kind, sei aber in keinster Weise ein Eigenbrötler gewesen, so der Bürgermeister. „Er war Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr im Ort, auch schon als Kassier im Vorstand tätig und bei jedem Feuerwehrfest dabei.“ In der Ortschaft selber war er gut integriert, „wenn man was gebraucht hat, war er da“, betonte Kolarik.

„Was da in ihm vorging, müssen Psychologen klären“
Man lese immer nur von solchen Taten, dass dies auch im eigenen Ort passieren kann, sei noch unvorstellbar, meinte Kolarik. Die Beschreibung des Mannes will nicht so recht auf dessen Tat passen. „Was da in ihm vorging, müssen sowieso Psychologen klären“, sagte der Ortschef.

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Donnerstag, 04. März 2021
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