21.04.2020 21:41 |

„Wir müssen handeln“

UNO: Krise könnte Zahl der Hungernden verdoppeln

Die Coronavirus-Pandemie könnte die Zahl der Hungernden weltweit nach Angaben der Vereinten Nationen (UNO) fast verdoppeln. Die Zahl der Menschen, die akut Hunger leiden, könne wegen der wirtschaftlichen Folgen der Pandemie in diesem Jahr auf 265 Millionen ansteigen, teilte das Welternährungsprogramm (WFP) am Dienstag mit. Das wären fast doppelt so viele wie 2019, als 135 Millionen Menschen von Ernährungskrisen betroffen waren. „Wir müssen jetzt gemeinsam handeln, um die Auswirkungen dieser weltweiten Katastrophe abzumildern“, sagte der WFP-Experte Arif Husain.

Schon vor der Pandemie habe die Ernährungsunsicherheit in vielen Ländern zugenommen, erklärte das WFP in einem Bericht zu weltweiten Ernährungskrisen, den es zusammen mit der UN-Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO) erstellt hat. Demnach waren im vergangenen Jahr 135 Millionen Menschen in 55 Ländern von akuten Ernährungskrisen betroffen. Das waren bereits über 20 Millionen Menschen mehr als noch 2018 und die höchste Zahl seit vier Jahren.

Mit 73 Millionen Hungernden war Afrika dem Bericht zufolge im vergangenen Jahr am stärksten betroffen. Besonders viele Menschen hatten demnach im Südsudan, im Jemen und in Afghanistan nicht genug zu Essen.

Die Zunahme der Ernährungskrisen war dem Bericht zufolge zuletzt vor allem auf Konflikte, Wirtschaftskrisen und Wetterereignisse wie Dürren zurückzuführen. Die weltweite Ausbreitung des Coronavirus drohe nun Millionen von Menschen zu treffen, die wegen Hunger und Mangelernährung „bereits am seidenen Faden hängen“, so Husain.

Hälfte der Jobs in Afrika in Gefahr
In Afrika könnte wegen der Corona-Krise nach Einschätzung der UN-Entwicklungsagentur UNDP weiters knapp die Hälfte aller Jobs in Gefahr sein. Die entstehenden Einkommensverluste in den überproportional von der Pandemie getroffenen Entwicklungsländern würden in den nächsten Monaten und Jahren schätzungsweise mehr als 220 Milliarden Dollar (197 Mrd. Euro) betragen, teilte UNDP mit. Die UNO rief die internationale Gemeinschaft daher zum Schnüren eines 2,5 Billionen Dollar schweren Hilfspakets auf. 

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