02.04.2020 08:52 |

Wichtige Daten fehlen

Jetzt leidet auch die Wetterprognose unter Corona

Kaum zu glauben, aber die Corona-Epidemie hat sogar Auswirkungen auf die Wetterprognose. Da der Flugverkehr weitgehend zum Erliegen gekommen ist, fehlen den Meteorologen wichtige Daten, die normalerweise an Flugzeugen angebrachte Sensoren liefern. Das macht das Erstellen von Prognosen und Klimabeobachtungen schwieriger.

„Wenn noch weniger Wetterdaten von Flugzeugen geliefert werden und dies über einen längeren Zeitraum, dürfte die Zuverlässigkeit von Wettervorhersagen abnehmen“, meint Lars Peter Riishojgaard, Fachgruppenleiter bei der Weltwetterorganisation (WMO) in Genf. Christoph Wittmann, Leiter der Fachabteilung Modellentwicklung an der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) in Wien, pflichtet dem bei: „Aufgrund der Flugausfälle ist definitiv ein Einfluss auf die Wettermodelle zu erwarten“, sagte er am Donnerstag.

„Die Modellqualität wird leiden“
Vor allem Daten, die Flugzeuge bei einer Flughöhe zwischen 11.000 und 12.000 Metern liefern, fallen nun weitgehend aus. Sie sind neben Satellitenbildern die wichtigste, wenn auch nur eine von zahlreichen anderen Quellen, die vor allem für das Erstellen von Globalmodellen bedeutend sind. Fehlen diese Daten, „ist klar, dass die Modellqualität leidet“, räumt Wittmann ein. Welche Folgen das auf die Prognosen genau haben wird, sei schwer abzuschätzen: „Man versucht, dieses Datenmanko mit anderen Beobachtungen zu kompensieren.“ So würden nun häufiger als sonst üblich Radiosonden zum Einsatz kommen.

Bei Lokalmodellen - etwa Prognosen für Österreich - gehen vor allem die Daten ab, die Flugzeuge bei Start- und Landemanövern liefern und aus denen sich beispielsweise Temperatur und Luftfeuchtigkeit ablesen lassen. Auch in diesem Bereich sei man bestrebt, Alternativen zu finden, um Ausfälle für die Vertikalprofile wettzumachen, betont Wittmann. Günstig sei, dass im April grundsätzlich eine ruhige Wetterlage vorherrsche und mit Gewittern oder Unwettern, die derzeit schwerer vorherzusagen wären, im Regelfall erst mit dem Frühsommer zu rechnen ist.

Wenig Daten vorhanden
Sensoren an Flugzeugen liefern den Meteorologen Temperaturen sowie Windgeschwindigkeiten und -richtungen, Angaben über Luftfeuchtigkeit und Turbulenzen. Zuletzt waren nur noch wenige Wetterdaten pro Tag verfügbar.

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