26.03.2020 22:55 |

Hacker legt nach:

„Spielplätze eher früher als später aufsperren“

Der Wiener Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) hat am Donnerstagabend in der „ZiB 2“ einmal mehr seine umstrittene Forderung untermauert, die Spielplätze in Wien möglichst bald wieder aufzusperren. Er sorge sich um jene Familien, die in kleinen Wohnungen leben, so Hacker: „Denen fällt irgendwann die Decke auf den Kopf. Wir brauchen den Bewegungsplatz für die Kinder.“

Hacker hatte sich mit seiner Forderung bereits einiges an Kritik zugezogen, dennoch beharrt er darauf, dass man den Menschen „eine Perspektive geben" müsse: „Die jetzigen Maßnahmen tragen wir mit, das ist ganz klar. Aber es wird in der nächsten Zeit beginnen müssen, dass wir manche Bereiche wieder öffnen. Wir können nicht in einer Stadt mit Hunderttausenden Kindern leben und sämtliche Spielplätze über Wochen geschlossen halten.“

Die Wiener würden in der aktuellen Situation ohnedies „eine unglaubliche Disziplin beweisen“, so der SPÖ-Stadtrat. Aber er mache sich Sorgen um die „psychosoziale Dynamik“ in der Stadt. „Wir brauchen nun einmal den Bewegungsplatz. Die Wiener können nicht einfach vor die Tür in den Wald gehen so wie am Land.“

„Wir testen so viel wie notwendig“
Die Dunkelziffer der Infizierten schätzt Hacker um das „Zwei- bis Dreifache höher als die bisher Getesteten“. Kritik an der Test-Politik der Stadt lässt er nicht gelten: „Wir testen so viel, wie notwendig ist, und haben da klare Spielregeln, die werden in ganz Österreich eingehalten. Wenn in Tirol die epidemische Ausbreitung stärker ist, dann wird dort logischerweise mehr getestet.“ 

Außerdem müsste man sich auch an den verfügbaren Ressourcen orientieren: „Testverfahren, die Sicherheit geben, und die dafür benötigten Reagenzien gibt es derzeit nur als Mangelware auf dem Weltmarkt. Wir haben gerade erst für Wien 3000 Tests erhalten und haben natürlich den Wunsch an die Industrie, uns mehr Tests zur Verfügung zu stellen“, so der Stadtrat.

„Ärzte bilden sich das nicht ein“
Etwas zurück ruderte Hacker allerdings bei seiner Kritik an der Ärzteschaft. Die mangelnde Versorgung mit Schutzausrüstung sei natürlich „nicht eingebildet“. Hier habe die Stadt Wien in den letzten Tagen, auch für die niedergelassenen Ärzte, eine zentrale Anlaufstelle geschaffen, wo man die Bestellungen entgegennehmen wird. „Aber auch Masken, Handschuhe und so weiter müssen am Weltmarkt besorgt werden. Wir können nur das austeilen, was der Weltmarkt hergibt.“

Michaela Braune
Michaela Braune
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