Trotz Corona-Verdacht

Eltern verweigerten Test für Kinder: Anzeige droht

Oberösterreich
24.03.2020 19:14

Das Land Oberösterreich hat am Dienstagabend rechtliche Schritte gegen zwei „Testverweigerer“ angekündigt. Bei Überprüfungen an der Volksschule Alberndorf (Bezirk Urfahr-Umgebung) ließen zwei Eltern den Abstrich bei ihren Kindern nicht zu. Für ein derartiges Verhalten gebe es „keine Akzeptanz“, hieß es seitens des Landes. Aktuell (Stand: 8 Uhr) sind 860 Oberösterreicher mit dem Coronavirus infiziert.

Das Chorwochenende des Gesangsvereins St. Georgen/Gusen, bei dem sich 38 der 44 Sänger mit SARS-CoV-2 infiziert hatten, sorgt weiter für Probleme! Denn auch die Direktorin der Volksschule Alberndorf singt im besagten Verein - deshalb wurden alle Schüler auf Corona getestet. Unglaublich: Zwei Eltern ließen den Test aber nicht zu, verweigerten den Gaumenabstrich bei ihren Kindern. Laut Land OÖ werden die notwendigen rechtlichen Schritte gesetzt, dies sei „nicht akzeptabel“. Es droht eine Anzeige!

St Georgen a.d. Gusen (Bild: Horst Einöder/ Flashpictures)
St Georgen a.d. Gusen

Alle Schüler werden getestet
Derzeit sind von 191 Volksschülern 175 negativ und zwölf positiv getestet worden, informierte der Krisenstab. Auch im Kindergarten gibt es positive Fälle. Eine Betreuerin hatte offenbar mit der Volksschuldirektorin Kontakt. Die Kindergärtnerin und eine Kollegin wurden positiv getestet. Beide hatten laut der Presseaussendung in der „Risikozeit keinen Kontakt zu Kindern“, dennoch wurden sie vorsorglich in häusliche Quarantäne geschickt.

Auch NMS Schwertberg betroffen
Und auch die Neue Mittelschule Schwertberg (Bezirk Perg) musste geschlossen werden, da dort eine Lehrerin, die ebenfalls Mitglied des infizierten Chores ist, bis 16. März unterrichtete. So werden auch hier 30 Lehrer und alle 196 Schüler getestet. Derzeit liegen 14 Ergebnisse vom Lehrpersonal vor. Davon sind sechs positiv.

(Bild: P. Huber)

Fünf Prozent Mediziner fallen aus
Laut Krisenstab des Landes waren am Montag 27 Ordinationen von niedergelassenen Ärzten aufgrund von Corona-Erkrankungen oder Quarantänemaßnahmen geschlossen. In den Spitälern fallen aktuell fünf Prozent der Mediziner aus - allerdings seien das nicht nur Covid-Kranke, sondern auch anderweitig kranke Ärzte. Im Pflegebereich werde die Zahl nicht zentral erhoben, hieß es am Montag.

(Bild: HELMUT FOHRINGER / APA / picturedesk.com)

Besonders betroffen bei den Infizierten sind die Bezirke Perg, Urfahr-Umgebung und Linz. Für acht Gemeinden herrschen verschärfte Maßnahmen, um die Verbreitung des Virus zu bremsen, wurden bereits verfügt. Von der Möglichkeit, ganze Orte - wie etwa Tirol - unter Quarantäne zu stellen, hält Landeshauptmann Thomas Stelzer nichts. Mittlerweile wurde das traditionelle Maibaum-Aufstellen am Linzer Hauptplatz von Bürgermeister Klaus Luger abgesagt. Dieser sprach sich auch schon am Sonntag im „Krone“-Interview für eine Absage des traditionellen Urfahranermarktes ab. 

Der Linzer Bürgermeister Klaus Luger (Bild: Horst Einöder/Flashpictures)
Der Linzer Bürgermeister Klaus Luger

Politiker infiziert
Nach dem der Bürgermeister von Schiedlberg infiziert ist, wurde auch bekannt, dass Abgeordnete Regina Aspalter (ÖVP) aus Maria Neustift (Steyr-Land) positiv getestet wurde. Sie befindet sich in häuslicher Quarantäne und auf dem Weg der Besserung.

Landtagsabgeordnete Regina Aspalter wurde positiv getestet. (Bild: © Harald Dostal)
Landtagsabgeordnete Regina Aspalter wurde positiv getestet.

Bezirks-Gesamtübersicht in OÖ (Stand laut Land OÖ, 17 Uhr):

  • Linz 112
  • Steyr 12
  • Wels 31
  • Braunau 16
  • Eferding 10
  • Freistadt 46
  • Gmunden 25
  • Grieskirchen 15
  • Kirchdorf 17
  • Linz-Land 76
  • Perg 104
  • Ried 18
  • Rohrbach 67
  • Schärding 23
  • Steyr-Land 39
  • Urfahr-Umgebung 111
  • Vöcklabruck 44
  • Wels-Land 44
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