14.03.2020 13:00 |

Tipps zur Entlastung

Quarantäne: Zeit für Familie, aber auch für Streit

Familien stehen nun vor einer besonderen Herausforderung. Ab Montag sollen Kinder - wenn möglich - in den eigenen vier Wänden betreut werden. Für Kinder und Jugendliche bedeutet diese Maßnahme den Wegfall von Routine und des geregelten Tagesablaufs. Spannungen sind somit vorprogrammiert. Wie Sie die Situation zu Hause „entschärfen“ können, lesen Sie hier.

„Der Großteil der Eltern zeigt für die Schließung der Kindergärten und Schulen als wichtige Maßnahme für eine Eindämmung der raschen Verbreitung des Coronavirus großes Verständnis. Gleichzeitig stellt diese Maßnahme eine gravierende Veränderung des Familienlebens dar“, so Caroline Culen, Geschäftsführerin der Österreichischen Liga für Kinder- und Jugendgesundheit. Dass Kinder und Jugendliche in den nächsten Wochen keinen direkten Kontakt zu ihren Freunden haben sollen, ist für diese eine besondere Herausforderung.

Auf Lernfortschritte achten
Sozialen Medien kommen in nächster Zeit daher eine wichtige Bedeutung zu. „Die Herausforderung für Eltern wird während der Ausnahmesituation in den nächsten Wochen darin bestehen, bei ihren Kindern auf eine ausgewogene und nicht übermäßige Nutzung von Handy, Tablet und Co. zu achten“, betont die Psychologin. Zudem liege es nun in der Verantwortung der Eltern, auf die Lernfortschritte ihrer Kinder zu achten. Insbesondere Jugendliche könnten dies als Bevormundung empfinden. Zusätzlich zu dem Gefühl des Freiheitsentzugs kommt die ungewohnte räumliche Nähe zu den Eltern und Geschwistern.

Um diese für alle Beteiligten außergewöhnliche Situation möglichst harmonisch zu meistern, empfiehlt Culen folgende Strategien:

  • Routinen im Tagesablauf definieren und damit Struktur geben, wie z.B. Alltagskleidung statt Pyjama tragen, geregelte Mahlzeiten einhalten, Lernzeiten und Freizeiten planen
  • Aufteilung der Haushaltspflichten
  • Sogenannte Screen-Zeiten, egal ob für Mobiltelefon, Tablets, Computer oder Videospiele, sollten nicht ausufern, sondern für bestimmte Zeitfenster vorgesehen sein.
  • Bewegung in den Alltag integrieren, zum Beispiel Work-outs oder Yoga-Kurse via YouTube, Springschnurspringen oder Plank-Challenge

„Wir alle müssen uns daran gewöhnen“
Aber auch Leerläufe im Tagesablauf und Langeweile dürfen sein und gilt es, auszuhalten. „Wir alle müssen uns daran gewöhnen, dass es in den nächsten Wochen weniger Ablenkung geben wird. In dieser Entschleunigung gibt es auch eine Chance, schon lang vergrabene oder neue Interessen zu entdecken und ihnen nachzugehen“, sagt Culen und nennt folgende Beispiele:

  • Neue Fertigkeiten können gezielt erworben und geübt werden, z.B. durch gemeinsames Kochen und Backen, selbständig Wäsche Waschen etc.
  • Kreativität darf Raum bekommen. Musik Hören und selbst Musizieren, Malen, Zeichnen, Basteln kann Freude machen.
  • Vorhaben, die im Alltag immer aufgeschoben werden, können in Angriff genommen werden: Sortieren, Aufräumen, Ausmisten etc.

Außerdem betont die Expertin, dass man diese Phase nun speziell für sogenannte Quality Time im Kreise der Familie nutzen kann: Gemeinsame Gespräche führen, einen Familienfilm ansehen oder einander Bücher vorlesen sind beispielsweise Möglichkeiten, Zeit sinnvoll gemeinsam zu nutzen.

Konflikte ansprechen
Die derzeitige Ausnahmesituation müsse für die Familien also nicht nur eine Herausforderung bedeuten, sondern könne auch ein Gewinn sein, so die Expertin. Wichtig ist, innerhalb der Familie über die Situation offen zu kommunizieren und auch Konflikte anzusprechen.

Falls es doch zu extremen Spannungen und Belastungen in der Familie kommt, sollten sich Eltern, aber auch Kinder und Jugendliche rechtzeitig für Rat und Unterstützung an die in der Beratung tätigen Mitgliedsorganisationen der Kinderliga wenden.

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