12.03.2020 12:35 |

Coronavirus-Hochburg

Viele Infizierte: Ischgl beendet Wintersaison

Nachdem in den vergangenen Tagen zunehmend Fälle von Corona-Infektionen aus dem Tiroler Skiort Ischgl bekannt geworden waren und das Land eine zweiwöchige Sperre des Skigebietes angeordnet hatte, wird die Wintersaison im Tiroler Skiort nun vorzeitig beendet. Die Restriktionen stoßen jedoch nicht bei jedem auf Verständnis.

Am Freitag werde der letzte Tag mit Skibetrieb sein, erklärte TVB-Geschäftsführer Andreas Steibl am Donnerstag. Auch in den sozialen Netzwerken wurde das vorzeitige Ende bereits bekannt gegeben.

35 von 81 Tiroler Fällen mit Bezug zu Ischgl
35 der bisher 81 positiv getesteten Fälle im Bundesland Tirol haben einen direkten oder indirekten Bezug zum Skiort Ischgl, teilte Gesundheitslandesrat Bernhard Tilg (ÖVP) mit. 19 davon seien direkt in Ischgl positiv getestet worden.

Infektionskette ging wohl von Bar aus
Ursprünglich dürfte die Infektionskette von der Bar „Kitzloch“ ausgegangen sein. Zunächst hatte man bei einem Barmitarbeiter das Virus nachgewiesen. Ausgehend davon wurden dann auch enge Kontaktpersonen des Barkeepers und Besucher des „Kitzloch“ positiv getestet. Auch eine isländische Reisegruppe, die erst in Island positiv getestet worden war, könnte sich in der Bar infiziert haben. Das Land Tirol hatte daraufhin als erste Maßnahme eine Sperre der Bar angeordnet. Kurz darauf mussten auch alle weiteren Après-Ski-Lokale in Ischgl schließen.

„Tragen die Entscheidung der Behörde zur Gänze mit“
Am Mittwochabend hatte das Land angeordnet, dass der Skibetrieb für zwei Wochen eingestellt werden muss. Diese Maßnahme wäre mit Samstag in Kraft getreten. „Es geht aber um den Schutz der Bevölkerung, der Mitarbeiter und der Gäste. Wir müssen schauen, dass wir diese Infektionskette nicht weiterziehen lassen“, stellte Tirols Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) bei einer Pressekonferenz klar. „Wir tragen die Entscheidung der Behörden zur Gänze mit. Die Gesundheit der Einheimischen und der Gäste hat oberste Priorität“, meinte Steibl. Man könne derzeit nicht davon ausgehen, dass der Betrieb nach der zweiwöchigen, angeordneten Schließung wieder normal weiter gelaufen wäre, deshalb habe man diesen Schritt gesetzt, betonte er. 

Ziehen restliche Skigebiete nach?
Ob auch die restlichen Skigebiete im Paznauntal die Wintersaison vorzeitig beenden werden, sei noch nicht restlos geklärt, Steibl ging aber davon aus. „Es wäre nicht glaubwürdig, wenn ein Skigebiet schließt und der Betrieb in den Nachbarskigebieten normal weiter geht“, erklärte der TVB-Geschäftsführer. Er ging davon aus, dass österreich- bzw. tirolweit auch noch weitere Skigebiete ihren Betrieb vorzeitig einstellen werden müssen.

„Das ist ja nichts anderes als eine Grippe“
Urlauber würden unterschiedlich auf die Entscheidung reagieren - „zum Großteil“ positiv, wie es hieß. Enttäuschte Gäste gebe es ebenfalls, verärgert zeigte sich bislang niemand. Anders sieht die Maßnahmen jedoch Promi-Hotelier Günther Aloys. „Wir haben ganz wenige Fälle. Die Leute sind sensibel, passen auf. Das ist ja nichts anderes als eine Grippe, die für die allermeisten nicht tödlich ist“, sagte Aloys. Besser wäre die Saison einfach so weiterlaufen zu lassen. Nichtsdestotrotz begrüßte Aloys die Entscheidung des Tourismusverbandes, die Saison gleich vorzeitig zu beenden. Die Zwei-Wochen-Schließung sei hingegen ein „Blödsinn“ gewesen, weil die Gäste ohnehin verloren gewesen wären.

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