Ordination gesperrt

Corona-„Mitbringsel“ von Südtirol-Busreise

Ein 80-jähriger Puchenauer steckte sich beim Skifahren an und wurde der erste Corona-Fall in Oberösterreich. Auch drei Mitreisende aus Leonding sind infiziert. Und eine Arztpraxis bleibt nun für zwei Wochen zu.

„Wer 15 Minuten beim Patienten war und weniger als zwei Meter Abstand hatte, ist eine engere Kontaktperson“, erklärte Landessanitätsdirektor Georg Palmisano, als Oberösterreich über den ersten Corona-Fall im Lande informiert wurde. Und weil jener 80-jährige Puchenauer, der die zweifelhafte Ehre hat, die Krankheit von einer Skireise in der letzten Februar-Woche in Südtirol mitgebracht zu haben, im Bus unterwegs war, gibt’s viele Kontakte.

Mann und Ehepaar aus Leonding infiziert
„Fünf Personen sind behördlich abgesondert, einer hatte Symptome, hat aber kein Corona“, erklärt Palmisano am Vormittag. Am Abend musste Gesundheitsreferentin LH-Vize Christine Haberlander aber drei weitere infizierte Personen aus der Reisegruppe bestätigen. Es handelt sich um einen Mann und ein Ehepaar aus Leonding. Wie der erste Corona-Patient verbleiben sie in häuslicher Pflege. „Sie gelten wieder als gesund, wenn sie an einem Tag zweimal negativ auf das Virus getestet werden“, erklärt Rainer Gattringer vom Welser Krankenhaus, wo die Corona-Verdachtsfälle untersucht werden.

Hotline 1450 anrufen, nicht zum Hausarzt gehen
Weil der Pensionist in Linz-Urfahr mit seinen Symptomen zum Hausarzt gegangen war, muss dieser nun zumindest zwei Wochen seine Ordination schließen. „Wer den Verdacht hat, an Corona erkrankt zu sein, soll daheim bleiben und die Hotline 1450 wählen“, sagt LH-Vize und Gesundheitsreferentin Christine Haberlander, und im Interview erklärt Ärztekammer-Chef Peter Niedermoser auch warum. Panikmache will Niedermoser bei Corona vermeiden. Doch er bittet inständig, Praxen und Ambulanzen zu meiden.

„Krone“: Aktuell wurde in Linz eine Hausarztpraxis wegen eines Corona-Patienten gesperrt.
Peter Niedermoser: Das ist so vorgesehen, dass bei Kontakt mit einem infektiösen Patienten eine zweiwöchige Quarantäne eingehalten werden muss.

Was ist mit den anderen Patienten des Mediziners?
Das wird geregelt wie bei einem Urlaub. Er muss sie informieren, dass sie sich an eine Vertretung wenden.

Angesichts des schwelenden Hausärztemangels sind solche Zwangs-Schließungen sicher problematisch.
Vor allem, wenn sich die Fälle häufen. Notfallpatienten werden natürlich immer genommen, aber andere müssen eben warten oder werden auch abgewiesen.

Sie raten überhaupt zur Besonnenheit.
An Corona verstirbt man in der Regel nicht. Wir sind aber bedacht, die Ausbreitung einzudämmen, um das Virus auszuhungern, damit wir im kommenden Jahr nicht die Grippe und Corona haben.

Wie ist die richtige Vorgehensweise?
Wer Symptome hat, soll daheim bleiben, die Hotline 1450 wählen. Gibt es einen Verdacht, kommt ein Arzt, nimmt eine Probe. Ambulanzen und Ordinationen meiden. MS

Transporte rund um die Uhr
„Rund die Hälfte der derzeit mehr als 300 täglichen Anrufe bei der Gesundheitshotline drehen sich um Corona“, sagt Thomas Märzinger vom Roten Kreuz, der in Vöcklabruck und Steyr zwei „HIT“-Teams (HochInfektiös-Teams) stationiert hat, die rund um die Uhr für Transporte zur Verfügung stehen. Sollte sich das Virus aber ausbreiten und sollten mehr Fälle auftreten, führen auch „normale“ Sanitäter die Fahrten durch.

Markus Schütz, Kronen Zeitung

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Sonntag, 27. September 2020
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