21.07.2010 16:04 |

Hausmeister Jackie

Will Smiths Sohn lässt "Karate Kid" wieder aufleben

Ein Sommer wie damals: Von "A-Team" bis "Predator" feiern derzeit kultig-kauzige Filme und Serien aus den 80er-Jahren ihr Revival im Kino. Auch "Karate Kid" hätte man dazumal vielleicht nicht unbedingt für einen zeitlosen Stoff gehalten, auch wenn die Geschichte eines jugendlichen Immigranten, der mittels ostasiatischer Kampfkunst Respekt und innere Ruhe erlangt, immerhin drei Fortsetzungen zeitigte. Doch nun erfährt der Klassiker ein Leinwand-Comeback - in neuem Gewand und mit Will-Smith-Sohnemann Jaden in der Hauptrolle.

Statt eines italienischstämmigen Burschen in den USA erleben wir diesmal einen amerikanischen Buben, der mit seiner Mutter (Taraji P. Henson) nach China ziehen und sich dort mit kulturellen Andersheiten, bösen Schulrüpeln und der ersten Liebe auseinandersetzen muss.

Der elfjährige Jaden Smith schlüpfte in die Rolle des coolen Dre Parker, der sich anfangs so gar nicht mit dem Umzug anfreunden möchte. Schließlich öffnet er sich aber mithilfe seines Kung Fu lehrenden Hausmeisters Mr. Han (Jackie Chan) und seiner talentierten Schulkollegin Mei Ying (Wenwen Han) der chinesischen Mentalität und Sentimentalität.

Die Änderungen gegenüber dem Original wurden behutsam und bedacht gewählt, um die Fans der Produktion aus dem Jahr 1984 nicht zu vergraulen. Diese sitzen doch mittlerweile selbst an so manchem Schalthebel Hollywoods und haben selber Kinder, denen sie die Geschichte möglichst zeitgemäß nahebringen möchten: Aus Daniel San wurde also Dre Parker, aus Mr. Miyagi wurde Mr. Han, aus den japanischen Wurzeln wurden chinesische, aus Karate damit Kung Fu (was für Dre beim Training nicht "auftragen und polieren" bedeutet, sondern "Jacke an, Jacke aus").

Nach der ausführlichen Exposition mit Fokus auf die Vater-Sohn-Geschichte folgen Martial-Arts-Sequenzen in Hinterhöfen und auf der Chinesischen Mauer (mit Reverenzen an "Rocky") sowie Besuche der Wudang-Berge und der Verbotenen Stadt (zum ersten Mal seit Bertoluccis "Der letzte Kaiser"). Wenn am Ende dann das große Turnier kommt, bei dem Dre gegen seine Widersacher im sportlichen Wettkampf antritt, folgt der Verlauf fast zur Gänze dem ursprünglichen Drehbuch - nur aus dem "Kranich", der berühmten Karate-Figur von einst, wurde die Kobra.

Das sagt "Krone"-Kinoexpertin Christina Krisch zum Film: War das Martial-Arts-Abenteuer ursprünglich in Los Angeles angesiedelt, so huldigt seine Action-reiche Neuverfilmung der landschaftlichen Schönheit Chinas. Ansonsten bleibt Regisseur Harald Zwart recht nah am Originaldrehbuch. Jaden Smith überzeugt als Karate-Floh mit Gummi-Knochen, sein unschuldiger Flirt mit der süßen Mei Ying sorgt für Bonsai-Schmetterlinge im Bubenbauch. Ein Film, der kleine Couch-Potatoes aus der sommermatten Reserve locken sollte und zugleich das Fernweh schürt.

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