06.03.2020 06:00 |

Sturm auf EU-Grenze

Wahlkampf: Soll Wien Flüchtlinge aufnehmen?

Eskalation an der griechisch-türkischen Grenze, und täglich werden die Bilder schlimmer. Die „Krone“ hat im Vorwahlkampf die Spitzenkandidaten der Parteien gefragt: Soll Wien Flüchtlinge aufnehmen? Eine klare Frage. Ob von allen auch klare Antworten kommen, lesen Sie hier.

Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ): „Wien ist immer bereit, aus humanitären Gründen zu helfen. Das haben wir schon oftmals eindrucksvoll unter Beweis gestellt.“ Interessant: Im ORF wird er mit einer geradezu gegenteiligen Aussage zitiert.

Vizebürgermeisterin Birgit Hebein (Grüne): „Was wir erleben, ist eine humanitäre Katastrophe. Für mich ist ganz klar, hier kann und darf weder die EU noch Österreich noch Wien wegschauen. Die Gespräche darüber, was Wien tun kann, sind noch nicht beendet.“

Finanzminister Gernot Blümel (ÖVP): „Die SPÖ hat Wien zum Anziehungspunkt für Zuwanderung ins Sozialsystem gemacht. Das muss gestoppt werden. Es gibt viele Bereiche, in denen es in Wien Verbesserungsbedarf gibt. Aber kaum wo sind die Probleme so brennend wie bei Migration und Integration.“

Vizebürgermeister Dominik Nepp (FPÖ): „Kein einziger illegaler Migrant darf mehr den Weg nach Wien finden. Seit 2015 sind Zigtausende Sozialzuwanderer nach Wien gekommen, die es sich im rot-grünen Mindestsicherungssystem gemütlich machen. Diese Migranten haben Kriminalität in unsere Stadt gebracht. Alle 90 Minuten wird ein Asylwerber straffällig.“

Christoph Wiederkehr (NEOS): „Es braucht endlich eine europäische Initiative, um das Problem zu lösen und um nicht mehr von der Türkei erpressbar zu sein. Gibt es ein europaweites Relocation-Programm, wird sich auch Wien nicht verschließen, vor allem Kindern eine Zuflucht zu bieten. Ein Alleingang wäre allerdings kontraproduktiv.“

Heinz Christian Strache (DAÖ): „Wir erleben eine Situation wie im Jahr 2015. Was danach folgte, darf auf keinen Fall ein zweites Mal passieren. Es kann daher nicht sein, dass wir in Wien wieder Kontingente von Migranten aufnehmen. Für Frauen und Kinder sollen stattdessen vor Ort Hilfszentren eingerichtet werden.“

Heftiger Ärger in den Bezirken, drohender Prozess, katastrophale Umfragewerte oder Komplikationen, die vom Bund nach Wien ausstrahlen, Mitgliederbefragung inklusive - das „Krone“-Problembarometer zeigt, mit welchen Schwierigkeiten die Wiener Parteien in den Wahlkampf starten ...

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