23.02.2020 05:17 |

„Nicht willkommen“

Nationalpark Hohe Tauern verbannt Großraubwild

Geht’s um Großraubwild, dann versagen Kärntens Politik und Naturschutzbehörden seit Jahren! Jüngstes Beispiel ist das neue Jagdübereinkommen im Nationalpark Hohe Tauern, in dem Raubwild, also Bären, Wölfe & Co. künftig im größten Schutzgebiet Österreichs nichts mehr zu suchen hätten. Naturschützer sprechen von einem Skandal und auch die Nationalpark-Verwaltung hält wenig davon.

„Dieses Jagdübereinkommen ist mit Europarecht sowie der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie nicht vereinbar“, lässt Hohe Tauern Nationalpark-Direktor Peter Rupitsch aufhorchen. Denn das Übereinkommen, das von SP-Landesrätin Sara Schaar und VP-Landesrat Martin Gruber unterzeichnet wurde, verbietet sämtliche „erhaltenden und unterstützenden Maßnahmen“ für Raubtiere - vom Goldschakal über den Fischotter bis zum Wolf im Nationalpark Hohe Tauern. Der Umweltdachverband spricht dazu von einem „schlechten Faschingsscherz“. Damit werde nämlich sogar wertvolle Naturforschung verboten. Geschäftsführer Gerald Pfiffinger fordert Kärnten auf, diese Vereinbarung umgehend wieder aufzuheben.

Politik ignoriert die Großraubwild-Thematik
Die Rückkehr von Bär, Wolf & Co. und die damit verbundenen Nöte und Sorgen von Landwirten, die wegen Rissen ihrer Nutztiere um ihre Existenz fürchten, würden von den zuständigen Landespolitikern und Naturschutzbehörden hingegen seit Jahren ignoriert, lautet jetzt die Kritik.

„Das versteht überhaupt niemand mehr. Im Nationalpark darf oder sollte zumindest Raubwild nicht sein, aber wenn etwa ein paar Otter einen bewirtschafteten Bach komplett leerfressen, dann ist das schon okay“, ärgert sich ein Fischwasser-Pächter über das Abkommen.

Kärntens Landesjägermeister Walter Brunner sagte übrigens in einem „Krone“-Interview, dass er auch allgemein nichts gegen Bären und Wölfe bei uns habe; aber nur dann, wenn dieses Großraubwild von Kärntner Jägern auch „jagdlich reguliert“ werden dürfen.

Hannes Wallner
Hannes Wallner
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