14.01.2020 07:52 |

„Empathischer Mann“

U-Boot-Mörder Madsen heiratete Russin im Gefängnis

Der dänische Erfinder Peter Madsen, der die Journalistin Kim Wall in seinem selbst gebauten U-Boot brutal getötet und anschließend zerstückelt hat, hat im Gefängnis offenbar das große Liebesglück gefunden: Wie nun bekannt wurde, heiratete er kurz vor Weihnachten eine russische Aktivistin. Diese schwärmt auf Facebook von ihrem frisch angetrauten Gatten: „Ich bin glücklich mit dem schönsten, intelligentesten, talentiertesten, hingebungsvollsten und empathischsten Mann zusammen zu sein“, so die 39-Jährige.

Der Mord hatte 2017 weit über die Grenzen Dänemarks hinaus für Aufsehen gesorgt. Die damals 30-jährige schwedische Journalistin Wall, die eine Reportage über den Erfinder Madsen machen wollte, kam von dem Ausflug in Madsens U-Boot niemals zurück. Ihre Leiche wurde Stück für Stück an die Küste gespült, der Erfinder bestritt die Tötung zunächst und tischte den Ermittlern immer wieder neue Versionen über die angeblichen Geschehnisse auf. Erst hieß es, er habe die junge Frau unversehrt aussteigen lassen, dann sprach er von einem Unfall. Obwohl die genauen Vorkommnisse auch vor Gericht nicht vollständig aufgeklärt werden konnten, wurde Madsen zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt.

Paar durfte nach Eheschließung zwei Stunden allein verbringen
Diese grausamen Details dürften die neue Ehefrau des Erfinders nicht weiter stören. Die Russin lebt in Finnland, wo sie Asyl bekommen hatte. Sie hatte den verurteilten Mörder am 19. Dezember im Gefängnis geheiratet - und postete ein Bild des Schlüssels zum Besucherraum, wo sie zwei Stunden Zweisamkeit mit ihrem Gatten nach der Trauung verbringen durfte.

„Seltsame, dumme, absurde oder aggressive Kommentare“
Eine Liebe, die bei vielen Facebook-Nutzern nicht gut ankommt: Die Künstlerin und Aktivistin wird wüst auf der Plattform beschimpft. „Schande über dich“, schrieb eine Nutzerin unter das Bild aus dem Gefängnis. „Das ist falsch in jeder Art und Weise und das Gesetz sollte solche Beispiele verbieten“, meinte ein anderer User. Gegen diese Anfeindungen wehrte sich die Frau in einem weiteren Posting. Sie habe innerhalb von 15 Stunden „Tausende von seltsamen, dummen, absurden oder aggressiven Kommentaren, Nachrichten und Drohungen“ erhalten, erklärt sie darin.

„Er hat ein schreckliches Verbrechen begangen und wird dafür bestraft“
„Ich werde mich nicht für meine Entscheidung entschuldigen, denn mein Privatleben geht niemanden etwas an“, so die Frau. Sie sei stolz auf ihn und 49 Jahre seines Lebens, „außer auf einen Tag, der für immer eine Tragödie bleiben wird. Mein Mann hat ein schreckliches Verbrechen begangen und wird dafür bestraft“, so die Russin weiter. Er sei eines von zwei Opfern seines Verbrechens - die Gesellschaft sei außerhalb der Gefängnismauern viel grausamer und potenziell gefährlicher als ihr Mann.

Miriam Krammer
Miriam Krammer
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