10.01.2020 17:13 |

97 Menschen gerettet

1. Flüchtlingsboot des Jahres kam in Lampedusa an

Vor Lampedusa sind knapp 100 Migranten gerettet und von den Behörden auf die italienische Insel gebracht worden. Es handelt sich dabei um das erste Flüchtlingsboot des Jahres, das Lampedusa erreichte. Zudem ist das NGO-Rettungsschiff Sea-Watch 3 wieder im Einsatz. Es nahm bei mehreren Missionen rund 120 Menschen auf - die Besatzung weiß aber noch nicht, wo sie mit den Flüchtlingen anlanden darf.

Lampedusa ist aufgrund seiner Nähe zu Afrika ein beliebtes Ziel für Schlepper. Es ist nur 138 Kilometer von der tunesischen Küste entfernt und war in den vergangenen Jahren häufig Schauplatz von Flüchtlingsdramen. Obwohl die Zahl der Migranten, die über die Mittelmeerroute in Italien eintreffen, gesunken ist, kommt es immer wieder zu schweren Schiffsunglücken vor dem Eiland. Im Dezember starben 18 Menschen, als ihr Boot gekentert war.

97 Migranten hatten am Freitag mehr Glück: Die italienische Küstenwache und die Finanzwache retteten die Flüchtlinge, die auf einen Zehn-Meter-Boot zusammengepfercht waren, berichtete die italienische Zeitung „Agrigento Notizie“. Das Boot war etwa drei Kilometer vor der Küste in Seenot geraten und wurde von den Einsatzkräften schließlich an Land geschleppt.

Organisation Sea-Watch übt Kritik an maltesischen Behörden
Das Rettungsschiff Sea-Watch 3, das ein halbes Jahr von italienischen Behörden beschlagnahmt war und erst Ende Dezember wieder in See stechen konnte, hat innerhalb von 24 Stunden drei Rettungsaktionen absolviert. Zuletzt wurden am frühen Freitagmorgen 42 Menschen aus einem Boot vor Malta aufgenommen. „Das Boot war seit gestern Nachmittag bekannt, doch die maltesischen Behörden weigerten sich, eine Rettung einzuleiten“, kritisierte die Organisation auf Twitter. Die Sea-Watch 3 hat aktuell 119 Flüchtlinge an Bord - die Crew weiß allerdings nicht, in welchen Hafen sie die Migranten bringen darf.

Sea-Watch: „150 Menschen völkerrechtswidrig nach Libyen zurückgeschleppt“
Auf ihrer Website berichtete die NGO weiters, dass die Mannschaft der Sea-Watch 3 „Zeuge der illegalen Rückführung von Menschen durch die sogenannte libysche Küstenwache“ geworden sei. Es wären am Freitag „über 150 Menschen völkerrechtswidrig nach Libyen zurückgeschleppt [worden], wo der gewaltsame Konflikt weiter eskaliert“.

Miriam Krammer
Miriam Krammer
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