07.01.2020 16:37 |

Zu Gast bei Pajovic

Unser Handball-Teamchef „will kein Diktator sein“

Die „Krone“ besuchte im Vorfeld der Heim-EURO Ales Pajovic, der mit Österreich ein zweites Handball-Wintermärchen schreiben will. In Celje ist er eine Legende.

Das Graffiti, das er als Kind entlang einer Mauer gesprüht hatte, sticht beim „Krone“-Lokalaugenschein in seiner Heimatstadt ins Auge, blieb bis heute bestehen. In Celje, 70 km von der steirischen Grenze entfernt, hat Österreichs Teamchef Ales Pajovic seine Wurzeln. „Es war ein gutes Leben, ich habe immer genug zu essen gehabt“, ist er dankbar. Jahrzehnte später verehrt man ihn in der 80.000-Einwohner-Stadt, die als Handball-Hochburg in Slowenien gilt.

„Begonnen habe ich mit Basketball“, erinnert sich der 1,98-m-Hüne mit dem markanten Rübezahlbart („der steht seit 2015“) an die ersten sportlichen Aktivitäten auf dem Hartplatz vor seinem Elternhaus. Mit 11 sattelte er zum Handball um. Eine gute Entscheidung, wie sich herausstellen sollte.

Pajovic gewann mit dem ehemaligen spanischen Topklub Ciudad Real dreimal die Champions League, absolvierte 181 Länderspiele für Slowenien (mit dem Höhepunkt Silber bei der EM im eigenen Land 2004) - die letzten bei Österreichs erster Heim-EM 2010.

Finanzielle Probleme in Celje führten ein Jahr später zum Sensations-Transfer von Pajovic nach Graz - in die zweite Liga. Der Start war schmerzvoll. „Wir verpassten den Aufstieg um einen Punkt, dann hab ich mir die Nase gebrochen!“ Im zweiten Versuch klappte es schließlich, die HLA hatte mit „Pajo“ einen früheren Superstar. Erst war er spielender Trainer, dann nur noch Coach.

Überrascht war er vom Anruf von ÖHB-Sportdirektor Patrick Fölser, der einen Nachfolger für Patrekur Johannesson nach der verpatzten WM suchte. „Da kann man nicht Nein sagen, ein Nationalteam zu trainieren ist perfekt!“ Verabschieden musste er sich vom Vorhaben, parallel Trainer in Graz zu bleiben. Hauptamtlichkeit war die Bedingung.

„Ich will kein Diktator sein“, legt der 41-Jährige Wert auf Kommunikation. „Wenn du offen bist, bekommst du gutes Feedback!“ Mit Robert Weber spielte er sogar zwei Saisonen in Magdeburg. Zusammen will man nun bei der Heim-EM ein zweites Wintermärchen schreiben.

Christian Pollak, Kronen Zeitung

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