31.12.2019 11:20 |

300-Meter-Lawine

Skigebiet-Chef: „Restrisiko“ trotz Sprengungen

Bei einem Lawinenabgang am Montag im Kärntner Skigebiet Heiligenblut-Großglockner sind insgesamt drei Menschen - zwei Buben und ein Erwachsener - von den Schneemassen erfasst und teilweise verschüttet worden. Der Sucheinsatz dauerte bis 22 Uhr, erst dann war man sicher, dass es keine weiteren Verschütteten gebe.

Auf einer erst kurz vorher freigegebenen Skiroute war um 14.40 Uhr ein etwa 200 mal 300 Meter großes Schneebrett abgegangen und hatte den polnischen Wintersportler, seinen zwölfjährigen Sohn und den achtjährigen Neffen mitgerissen. Der Achtjährige wurde bis zur Hüfte verschüttet, nachkommende Skifahrer bargen ihn. Der ältere Bub wurde wegen seines herausragenden Skis von den Einsatzkräften schnell gefunden und aus etwa eineinhalb Metern Tiefe ausgegraben. Er wurde per Rettungshubschrauber ins Krankenhaus Lienz geflogen - laut Polizei mit Verletzungen unbestimmten Grades.

Bei Sprengungen keine Lawinen ausgelöst
Laut Peter Schmidl, Geschäftsführer des Skigebiets, geht es dem Buben wieder gut. Schmidl erklärte, dass an den Tagen vor dem Lawinenunglück auf der betroffenen Skiroute Hochfleiss Sprengungen durchgeführt wurden, dabei aber keine Lawinen abgegangen seien. Die Lawinenkommission des Skigebiets habe dann am Montag empfohlen, den Lift einzuschalten. „Dann ist leider die Lawine abgegangen.“

„Es gibt ein Restrisiko. Es ist leider so.“
Schmidl: „Wir sind jetzt dran, das zu analysieren.“ Dass Lawinen direkt in Skigebiete abgehen, sei eigentlich sehr ungewöhnlich. Allerdings war es erst vergangene Woche im unweit entfernten Skigebiet Ankogel ebenfalls dazu gekommen, dass eine Lawine ins Skigebiet abging. Am Berg seien wegen der massiven Schneefälle im November heuer ungeheure Mengen an Schnee, sagte dazu Schmidl.

Die betroffene Skiroute reicht von 2500 bis auf 3000 Meter Seehöhe hinauf. „Wir waren sehr vorsichtig, wir haben vorher tagelang nachweislich Sprengungen durchgeführt, dabei ist nichts abgegangen. Man muss sagen, es gibt ein Restrisiko. Es ist leider so.“ Am Dienstag blieb der Hochfleiss-Lift gesperrt.

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