24.12.2019 09:59 |

Hilfe für Griechenland

Brüssel fordert Aufnahme minderjähriger Migranten

Die EU-Kommission fordert EU-Staaten auf, unbegleitete minderjährige Migranten aus den überfüllten griechischen Aufnahmelagern aufzunehmen - auch wenn die allermeisten von ihnen keine Kinder, sondern Jugendliche sind. „Die Kommission ist besorgt über die schwierige Lage vor Ort“, sagte eine Sprecherin der Behörde.

Man habe die anderen Mitgliedsstaaten bereits mehrfach aufgefordert, weiter auf freiwilliger Basis unbegleitete Minderjährige umzusiedeln. Bisher sei die Resonanz allerdings verhalten gewesen.

Mitte Dezember drängte Griechenlands Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis Deutschland zur Aufnahme von weiteren Flüchtlingen. Der deutsche Grünen-Vorsitzende Robert Habeck sprach sich dafür aus, bis zu 4000 Kinder von den griechischen Inseln zu holen.

Mehr als 5000 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in Griechenland
Nach jüngsten Angaben der EU-Kommission waren auf den Hotspot-Inseln Lesbos, Chios, Samos, Leros und Kos zuletzt allerdings nur 1922 unbegleitete Minderjährige registriert (Stand 20. Dezember). In ganz Griechenland waren es Ende November 5276 - von diesen sind nur neun Prozent jünger als 14 Jahre und damit im Sinne des Jugendschutzgesetzes Kinder. Von der Gesamtzahl dieser Minderjährigen sind 92 Prozent männlich.

Gesundheitsversorgung auf Lesbos ist prekär
Vor allem die Lage im Flüchtlingslager Moria auf Lesbos ist besorgniserregend. Zu diesem Schluss kommt ein jüngst publizierter Bericht des griechischen Flüchtlingsrats (ESP). Insbesondere die Gesundheitsversorgung sei prekär, heißt es in der Studie.

Im überfüllten Registrierlager Vathy auf Samos kam es in der Vorwoche zu Ausschreitungen. Migranten legten Feuer und bewarfen die Polizei mit Steinen und Gegenständen. Die Polizei habe daraufhin Tränengas eingesetzt, berichteten örtliche Medien. Eine rund 600 Meter vom Lager entfernte Schule sei wegen des beißenden Rauchs evakuiert worden.

Unterdessen berichteten türkische Sicherheitskräfte am Montag, innerhalb einer Woche rund 3000 „illegale Migranten“ aufgegriffen zu haben. Allein in der nordwesttürkischen Provinz Edirne, die an Griechenland und Bulgarien grenzt, hätten sie rund 1600 Menschen festgehalten, so die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu unter Berufung auf Sicherheitskreise.

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