13.12.2019 19:42 |

Strache nach Rauswurf:

„Werde Bürgern und Politik nicht Rücken zukehren“

Heinz-Christian Strache hat sich am Freitagabend via Facebook-Video zu seinem Ausschluss aus der FPÖ geäußert. Er nehme die Entscheidung „zur Kenntnis“, so der Ex-Parteichef. Gleichzeitig liebäugelte er mit einem politischen Comeback und kündigte bedeutungsschwanger an, „dorthin zu blicken, wo nächstes Jahr große Herausforderungen auf mich warten“: „Ich werde den Bürgern und der Politik nicht den Rücken zukehren.“ Auch im ORF schloss Strache am Freitagabend eine Rückkehr in die Politik nicht aus - allen Justizermittlungen gegen ihn zum Trotz.

Er werde gegen den „öffentlich mitgeteilten Parteiausschluss durch (den Wiener) Landesparteiobmann Dominik Nepp nicht im Wege des Einspruchs vorgehen“, so Strache in dem Video auf seiner nach wie vor bestehenden privaten Facebook-Seite. Die seinerseits initiierten „Bemühungen um eine Streitschlichtung und die Wiedereinkehr von Frieden“ hätten bei der FPÖ „keinen Anklang gefunden“.

Strache ortet bei FPÖ „tiefe innere Zerrissenheit“
Der Ex-Parteiobmann, der im Zuge der Ibiza-Affäre seine Funktionen zurücklegen musste, ortet bei den Freiheitlichen „eine tiefe innere Zerrissenheit“, durch die „die gemeinsame Stimme und die Fähigkeit zur Einigung“ abhandengekommen seien. „Mit den offenen Streitfragen werden sich nun Gerichte befassen müssen.“ Seine Mitgliedschaft in der Partei sei damit Geschichte, „beendet auf Hinwirken der FPÖ“.

Doch an politischen Rückzug denkt Strache keinesfalls. So kündigte er an, „den Blick nach vorne zu richten“: „dorthin, wo schon im kommenden Jahr große und spannende Herausforderungen auf mich warten“. Er habe in den vergangenen Wochen und Monaten „enorm großen Zuspruch“ der Bevölkerung erhalten, was ihn „verstärkt“ über ein politisches Comeback nachdenken lasse, so Strache. „Das motiviert mich dazu, der Politik, meinen Anhängern und den Bürgern dieses Landes nicht den Rücken zuzukehren.“

Geht Strache bei Wien-Wahl 2020 ins Rennen?
Die FPÖ hatte Strache am Freitagnachmittag wegen parteischädigenden Verhaltens ausgeschlossen. Zuvor hatten am Donnerstag der Strache-Unterstützer Karl Baron sowie zwei weitere Wiener FPÖ-Landtagsabgeordnete die Partei verlassen und die Gründung einer neuen Partei mit dem Namen „Die Allianz für Österreich“ (DAÖ) angekündigt. Ob Strache mit deren Unterstützung bei der Wien-Wahl 2020 ins Rennen geht, ist noch unklar - wirklich viel Interpretationsspielraum lassen die Aussagen Straches vom Freitagabend allerdings nicht.

Gegenüber dem ORF gab sich Strache in der „ZiB 1“ dann wieder etwas zurückhaltender. So betonte er, in aller Ruhe darüber nachdenken zu wollen, ob er im kommenden Jahr ein Comeback starten werde: „Ich persönlich bin derzeit parteifrei und werde zu Weihnachten eine friedliche Zeit mit meiner Familie verbringen.“ Die Neugründung der DAÖ sei „natürlich zu bewerten, aber ich kann schon verstehen, dass da Dämme gebrochen sind“. Was die Ermittlungen der Justiz gegen ihn angeht, betonte Strache, „ein reines Herz“ zu haben: „Ich bin ein unbescholtener Bürger und habe mir nichts zuschulden kommen lassen.“

Michaela Braune
Michaela Braune
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