02.12.2019 18:54 |

„Denken wir an Kinder“

Dramatische Appelle bei Klimakonferenz-Eröffnung

Mit dramatischen Aufrufen zum schleunigsten Handeln eröffneten UNO-Generalsekretär Antonio Guterres sowie Staats- und Regierungschefs die 25. UN-Klimakonferenz in Madrid. Bundespräsident Alexander Van der Bellen brachte in seiner Rede ein eindrucksvolles Szenario mit einem Kuscheleisbären.

Trifft die politische und wirtschaftliche Weltelite auf teuren Gipfeln aufeinander, muss es meist nach oben gehen. Auf der Madrider Konferenz drängen aber alle in kollektiver Rat- und Kopflosigkeit „nach unten“.

Treibhaus-Emissionen Thema Nummer eins
Thema Nummer eins sind die Treibhaus-Emissionen, die „runter“ müssen, weil die durchschnittliche Erdtemperatur unaufhörlich nach oben steigt und damit Klimakatastrophen auslöst. Für diese Erkenntnis braucht es gar nicht einmal Klimakämpferin Greta Thunberg, die noch immer auf dem Atlantik in Richtung portugiesische Küste schippert und sich zum Leidwesen der sich vor Ort zusammengefundenen Klimaaktivisten auch noch verspätet.

Kleinste Einigung auf „Die Zeit drängt“
Eine Einigung auf den kleinsten gemeinsamen Nenner gibt es unter den Delegationen aus 196 Nationen dann doch noch - nämlich, dass die Zeit drängt, aber alles zu langsam geht. Von einem „Krieg gegen die Natur“ sprach Guterres: „Wenn wir nicht schnell unseren Lebensstil ändern, gefährden wir das Leben an sich.“ Obwohl in Paris 2015 vereinbart, reichen die Klimaschutzpläne der Nationen nicht im Entferntesten aus, um die Erderhitzung auf weit unter zwei Grad zu drücken.

Die größten Umweltverschmutzer werden nur indirekt gestreift
Geht es so weiter, können es um bis zu vier Grad im Schnitt mehr werden. Aus diplomatischen Gründen wird das Kind aber nicht gerne beim Namen genannt: Die größten Umweltverschmutzer wie die USA, Brasilien und China werden nur indirekt gestreift, US-Präsident Donald Trump dann doch lieber gar nicht. Zumindest dem spanischen Ministerpräsidenten Pedro Sanchez gelang eine Anspielung: „Es gibt keine Mauer, die hoch genug ist, um ein Land von der Klimabedrohung zu schützen.“

Szenarien in Wien mit oder ohne Klimaplan
Van der Bellen versuchte es erfolgreich mit einer Geschichte über den kleinen David, der sich um das Überleben von Eisbären sorgt. In 30 Jahren könnte der inzwischen Erwachsene in einem tropisch heißen oder in einem feinstaubfreien Wien leben.

„Es ist nicht Schicksal, es ist schlicht und einfach unsere Entscheidung. Denken wir an unsere Kinder, denn unsere Kinder werden später auch an uns denken, was wir getan haben.“ Den Eisbären, den Van der Bellen zur Mahnung während seiner Rede emporhob, will er David schenken. Er hat diese Woche seinen sechsten Geburtstag.

Michael Pichler, Kronen Zeitung

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