14.06.2010 16:19 |

Spektakuläre Aktion

Aktivisten dringen in schwedisches Kernkraftwerk ein

Über eine Feuerwehrleiter sind Greenpeace-Mitglieder am Montag auf das Gelände des schwedischen Atomkraftwerkes Forsmark vorgedrungen. Die mehr als 50 Aktivisten wollten damit nach eigenen Angaben für erneuerbare Energien und gegen die bevorstehende Wiederzulassung von Reaktor-Neubauten durch den Reichstag in Stockholm protestieren.

Schwedens Umweltminister Andreas Carlgren kritisierte gegenüber der Zeitung "Expressen" die Sicherheitslücken, durch die die Demonstranten einfach auf das Werksgelände gelangt seien: "Es ist ihnen gelungen, den Finger auf einen wunden Punkt zu legen. Wir müssen das ändern."

Die Polizei nahm die meisten der Eindringlinge fest. Vorher war es drei Greenpeace-Mitgliedern gelungen, auf die Kuppel des Reaktors 2 zu klettern. Sprecher der Umweltorganisation betonten, dass man keine Konfrontation mit der Polizei wünsche.

Die Organisation hatte sich für ihre Aktion einen ausgedienten französischen Feuerwehrwagen besorgt. Über dessen Leiter konnten die Aktivisten die Umzäunung des Atomkraftwerkes Forsmark an der Ostseeküste überklettern.

Negativ-Schlagzeilen durch Sicherheitspannen
Forsmark wird von dem auch in Deutschland aktiven Energiekonzern Vattenfall betrieben und hatte in den letzten Jahren mehrfach wegen Sicherheitspannen negative Schlagzeilen gemacht.

Schwedens Bevölkerung hatte sich 1980 bei einem Referendum für den Ausstieg aus der Atomenergie entschieden. Der Reichstag verbot daraufhin den Neubau von Reaktoren. Diese Entscheidung will der konservative Ministerpräsident Fredrik Reinfeldt aufheben und damit Ersatzbauten ermöglichen, falls einer der derzeit zehn Reaktoren stillgelegt werden sollte. Die drei Kernkraftwerke Forsmark, Oskarshamn und Ringhals decken die Hälfte von Schwedens Strombedarf.

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