21.11.2019 06:00 |

„Lockdown drill“

Alarmübung an US-Schule: „Krone“ war mittendrin!

Es sind Schlagzeilen, die in regelmäßigen Abständen für Erschütterung sorgen. Zuletzt der Amoklauf an einer Highschool im kalifornischen Santa Clarita. Für den Ernstfall versuchen sich die Schulen so gut wie nur möglich mit Alarmübungen zu rüsten. Ein „Krone“-Lokalaugenschein im US-Bundesstaat Florida.

Eine Magnetkarte, ein Zahlencode - binnen Sekunden fallen sämtliche Türen am Campus ins Schloss und verriegeln. Es ist wieder einmal so weit: monatlicher „Lockdown Drill“ an der Oasis High School in Cape Coral im US-Bundesstaat Florida.

Per Lautsprecherdurchsage gibt Direktorin Christina Britton den Startschuss zur Alarmübung. Der Unterricht wird sofort ausgesetzt, das gläserne Fenster der Klassentür verhüllt, Jalousien heruntergelassen. Die Schüler greifen zu ihren Rucksäcken und schnallen sie um die Brust. Sie könnten etwaige Kugeln abfangen. Zusammengekauert in einer Ecke - so weit als möglich von Fenstern und Türen entfernt - warten sie, bis die „Gefahr“ vorüber ist.

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„Ich denke, diese Übungen sind wichtig. Ich hasse es, dass ich so denke - aber es ist leider Realität. Wir hoffen das Beste, sind jedoch auf das Schlimmste vorbereitet.“

Direktorin Christina Britton, Oasis High School, Florida

„Lockdown Drills sind gesetzlich vorgeschrieben. Es gibt je nach Gefahrenszenario verschiede Ausprägungen“, erklärt Britton bei einem „Krone“-Lokalaugenschein. Bei der heftigsten Variante werden sogar die Türen mit Möbeln verbarrikadiert, die Schüler müssen sich auf einen Kampf einstellen.

Für die Teenager sind die Drills zu einer teils unterhaltsamen, teils nervigen Routine geworden. Doch die Realität rechtfertigt wohl die vorgegebenen Prozeduren. Seit dem Massaker an der Columbine High School in Colorado im Jahr 1999 mit 13 Toten und 20 Verletzten stehen solche Drills in den gesamten USA auf dem Stundenplan.

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„So ein Amoklauf kann an jeder Schule passieren. Es ist in Amerika zu einfach, Waffen zu kaufen. Das muss sich ändern.“

Schülerin Viktoria Fahnemann (15), Oasis High School

Auch in jüngerer Vergangenheit sorgten Blutbäder, fast ausschließlich mit Schusswaffen herbeigeführt, international für erschütternde Schlagzeilen: Im Vorjahr erschoss ein 19-Jähriger in Parkland in Florida 17 seiner ehemaligen Mitschüler und verletzte 17 weitere. In der Vorwoche waren in Kalifornien drei Tote zu beklagen, unter ihnen der Schütze.

Oliver Papacek, Kronen Zeitung

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