Landespreis

Lenzing-Technologie: Von Windeln bis Wischtücher

Da staunen die Experten! Die Lenzing AG ist der Inbegriff für die Erzeugung von Fasern auf höchstem Niveau – doch jetzt geht der Konzern auch unter die Vliesstoff-Produzenten. Für die in der Attersee-Region entwickelte Web-Technology läuft die Patentierung, zugleich werden erste Tests mit Kunden abgewickelt.

Vor 13 Jahren wurde im Labor mit der Entwicklung der zuletzt beim Landespreis für Innovation ausgezeichneten Web-Technology begonnen. Ab 2008 startete der Bau einer kleinen Pilotanlage. In den letzten vier Jahren flossen dann 26 Millionen Euro in die Errichtung einer größeren Anlage, auf der derzeit bereits erste Testprodukte für Kunden entwickelt werden.

Start für 2024 geplant
„Die Versuche und die Weiterentwicklung beschäftigen uns intensiv“, sagt Katharina Mayer, die Teil des von Gisela Goldhalm geleiteten Projektteams ist, zu dem elf Vollzeitkräfte gehören. Darunter sind Prozessingenieure, Produktentwickler und Spezialisten für die Erzeugung der Vliesstoffe, die in Lenzing aus holzbasierter Faser entstehen.

„Vielzahl an Anwendungsbereichen“
Ein Meter breite Rollware läuft an der Testanlage schon vom Band, im Jahr 2024 sollen dann die Maschinen stehen, um Vliesstoffe im großen Stil herstellen zu können. Gerade für Wischtücher, Gesichtsmasken, bei Babywindeln oder auch im Umweltbereich sind Vliesstoffe gefragt. Wischtücher mit Lenzing-Vlies haben etwa eine bessere Reinigungswirkung und sind biologisch abbaubar. „Es gibt eine Vielzahl an Anwendungsbereichen“, sagt Mayer, die für die Produktentwicklung zuständig ist. Das Wort Web-Technology hat übrigens nichts mit der digitalen Welt zu tun, sondern mit dem englischen Wort für Netz, weil sich die Fasern netzartig verbinden.

Barbara Kneidinger
Barbara Kneidinger
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