31.10.2019 10:45 |

Who ya gonna call?

„Luigi‘s Mansion 3“: Lustig gruseln auf der Switch

Nintendo spendiert Super-Mario-Bruder Luigi rechtzeitig zu Halloween wieder einmal ein eigenes Spiel: „Luigi’s Mansion 3“, den dritten Teil der 2001 am Gamecube gestarteten Geisterjäger-Saga. Diesmal verschlägt es den grünen Antihelden in ein verfluchtes Hotel, in dem er seine Freunde aus den Fängen von Obergeist König Buu-huu befreien muss. Gruselige Begegnungen mit dessen Lakaien sind da vorprogrammiert. Wir haben probegespielt.

Eigentlich hätte es Luigi und seinen Freunden klar sein müssen, dass da etwas nicht stimmt: Sie werden von einer mysteriösen Gönnerin zum Urlaub in ein 15-stöckiges Superluxushotel eingeladen - und müssen gar nichts dafür bezahlen.

Es dauert nicht einmal eine Nacht, bis die wahren Gründe für die großzügige Einladung klar werden: Luigi und seine Freunde sollten in eine Falle des Geisterkönigs tappen, und bis auf Marios Bruder hat der nach kurzer Zeit auch all seine Gäste in hilflose Bilder verwandelt. Übrig bleibt nur Luigi, der König Buu-huu gerade noch entkommt - und sich mit Taschenlampe, Saugglocke und Geistersauger aufmacht, seine Freunde zu befreien.

Anspruchsvolle Kämpfe, witzige Dialoge
Ohne Sprachausgabe, dafür mit unterhaltsamen Texten, vielen Slapstick-Einlagen und typischem Nintendo-Gebrabbel schlottert Luigi anschließend Stockwerk für Stockwerk durchs Hotel, saugt Buu-huus Lakaien ein und stellt sich größeren Bossen. Das ist durchaus anspruchsvoll, muss man Geister doch zunächst mit der Taschenlampe blenden, ihnen womöglich noch Gegenstände abnehmen und sie anschließend mit dem Sauger und gezielten Schleuderbewegungen schwächen, bevor man sie schließlich einfangen kann.

Dazwischen werden massenhaft (Schalter- und Physik-)Rätsel gelöst und Geheimnisse entdeckt - häufig im Gespann mit Luigis schleimigem Geisterdoppelgänger, der spitze Gegenstände oder Gitter überwindet, als wären sie nicht da. Im Koop-Modus darf der auch von einem Mitspieler verkörpert werden, im Singleplayer wechselt man einfach zwischen den beiden Luigis hin und her.

Schaurig-lustig und jederzeit kindgerecht
Wirklich gruselig wird die Geisterhatz mit offizieller Altersfreigabe ab sechs Jahren nicht - was freilich nicht heißt, dass nicht der eine oder andere Schreckmoment mit plötzlich auftauchenden Geistern enthalten wäre. Grundsätzlich gibt sich „Luigi’s Mansion 3“ aber eher schaurig-lustig und bleibt jederzeit kindgerecht. Zumindest bei Story und Inszenierung - der Schwierigkeitsgrad kann happig werden, insbesondere in den oft mehrphasigen Bosskämpfen. In diesen gilt es, die Schwachstellen des Gegners zu erkennen, passende Angriffs-Abfolgen zu entwickeln und diese oft genug auf den Boss loszulassen.

Steuerung ist etwas umständlich
Das ist durch die eher umständliche Steuerung allerdings nicht so einfach: Sobald Luigi seinen Geistersauger anwirft oder die Taschenlampe auflädt, um Gegner zu blenden, kann er nur mehr in die zuvor gewählte Richtung zielen, sich aber nicht umdrehen. Doof, wenn da der Boss inzwischen wieder hinter dem Helden Position bezogen hat oder plötzlich ein weiterer Geist auftaucht. Mühsam ist das primär in den Bosskämpfen, weil die dreidimensionaler ablaufen als die Kämpfe gegen niedere Geister in den engen Gängen des Hotels.

Tolle Inszenierung - optisch und akustisch
Die Steuerung ist dann aber auch schon die einzige echte Schwäche, die uns im Test an Nintendos Grusel-Gaudi aufgefallen wäre. Optisch und akustisch gibt es nämlich nichts zu bemängeln: Das Geisterhotel ist - bei 30 Bildern pro Sekunde - toll und vor allem abwechslungsreich mit thematisch klar voneinander abgegrenzten Bereichen und Lichteffekten gestaltet worden. Bei den Gegnern gibt es eine ordentliche Vielfalt, Musik und Soundeffekte passen auch tadellos ins Gesamtkonzept. Besonders gut ist Nintendo auch der bibbernde Luigi geglückt, dem man das ganze Spiel über ansieht, dass er sich in dem Geisterhaus nicht sonderlich wohl fühlt.

Langzeitmotivation gegeben, mehr Atmosphäre am TV
Spielerisch weiß das Konzept, wenn man sich einmal an die Steuerung gewöhnt hat, ebenfalls zu gefallen und gibt sich über weite Strecken unterhaltsam-herausfordernd. Eine ganze Reihe von Mehrspielermodi für bis zu acht Spieler sorgen auch nach Abschluss der Kampagne noch für Motivation - darunter ein Modus mit zufallsgenerierten Levels, die man als Geisterjäger-Team beackert, und eine Art Battle-Mode, in dem zwei Teams um die Wette Münzen sammeln.

Dass man das neue Luigi-Abenteuer dank Switch-Konsole mobil oder daheim am TV-Gerät spielen kann, sei an dieser Stelle als Pluspunkt erwähnt, wenngleich wir im Test deutlich lieber am großen TV-Gerät spielten. Dort kommen das liebevoll gestaltete Hotel und der Gruselfaktor dann doch noch ein Stück besser zur Geltung - und von den größeren Lautsprechern profitiert die Atmosphäre.

Fazit: „Luigi’s Mansion 3“ ist ein witzig-gruseliges, kindgerechtes und dank seiner Multiplayermodi familienfreundliches Geisterjäger-Game geworden, das sich durch seine indirekte Steuerung etwas sperrig spielt, aber auch eine unterhaltsame und liebenswert inszenierte Herausforderung darstellt. Wer immer schon einmal Geisterjäger sein wollte, macht mit Marios schlotterndem Bruder im Geisterhotel nichts falsch.

Plattform: Switch
Publisher: Nintendo
krone.at-Wertung: 8/10

Dominik Erlinger
Dominik Erlinger
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