28.10.2019 15:04 |

Vor Aussage getötet

Mordrätsel um österreichischen DJ und Tätowierer

Zahlreiche Rätsel birgt die grausame Hinrichtung eines Österreichers im brasilianischen Recife. Der vor mehreren Jahren ausgewanderte 27-jährige DJ Kevin R., der zusammen mit seiner einheimischen Freundin in einem Tattoo-Studio arbeitete, wurde tot auf der Straße in einem Industriegebiet der Millionenmetropole aufgefunden. Durchsiebt von mehreren Kugeln. Brisantes Detail: Am nächsten Tag hätte er eigentlich als wichtiger Zeuge in einem großen Fall bei der Polizei aussagen sollen.

Es dämmerte erst der Morgen heran in der brasilianischen Millionenstadt Recife, als mitten auf einer menschenverlassenen Straße im trostlosen Industriegebiet der südamerikanischen Metropole eine männliche Leiche gefunden wurde. Der Tote war regelrecht von Kugeln durchsiebt. Rasch wurde klar, dass es sich bei dem Leichnam um den Österreicher Kevin R. handelt.

Mit zwei Kilo Kokain am Flughafen erwischt
Der 27-jährige Tiroler, der auch zeitweise in Salzburg lebte, war vor mehreren Jahren nach Brasilien ausgewandert. Dort wurde der auch in Europa nicht unbekannte Discjockey jedoch 2016 verhaftet, weil er mit zwei Kilo Kokain im Gepäck am Flughafen erwischt wurde. Vor Kurzem wurde er erst entlassen, entschied sich aber, in Brasilien zu bleiben - wohl auch aufgrund der Liebe, die er in einem Tattoo-Studio in Recife gefunden hatte. Dort arbeitete er selbst auch mit.

Doch laut Aussagen seiner Freundin stürmten bisher noch Unbekannte am Tag des Mordes ebenjenes Studio, um mit geraubtem Geld wieder die Flucht zu ergreifen. Kevin machte sich nach mysteriösen Telefonaten offenbar auf den Weg zu einer Wohnung, um die Täter zu finden und sein Geld zurückzuholen. Möglicherweise wurde ihm das zum Verhängnis.

Leiche auf Straße abgelegt
Denn tags darauf lag er tot auf der Straße. Die fehlenden Spuren am Tatort lassen jedenfalls darauf schließen, dass er bereits an einem anderen Ort erschossen und sein lebloser Körper nur auf der Straße abgelegt wurde. Das muss nun die Auswertung von Überwachungskameras beweisen.

Opfer „Schlüssel zu einem sehr großen Fall“
Die Polizei steht jedenfalls vor einem großen Rätsel. Denn es wird kaum Zufall sein, dass R. nur einen Tag später als Zeuge am Revier hätte aussagen müssen. Warum R. hätte befragt werden sollen, darüber hält sich die Behörde nach wie vor bedeckt. Doch er soll der Schlüssel zu einem sehr großen Fall gewesen sein.

Möglich ist daher, dass jemand seiner Ladung zuvorkam und den Österreicher ausschalten wollte. Trauer herrscht jedenfalls nicht nur in Tirol und Salzburg: Seine in Wien lebende Mutter postete kurz darauf auf Facebook Bilder und Erinnerungen an ihren geliebten, von seinen Freuden nur „Kenni“ genannten Sohn.

Stefan Steinkogler, Kronen Zeitung

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