10.10.2019 07:00 |

10. Oktober 1920

Kärntner Volksabstimmung: Grüne Zettel in Überzahl

Beinahe zwei Jahre lang wurde in Kärnten um die Grenze gekämpft - schließlich wurde die Entscheidung in einer Volksabstimmung gesucht. Heute vor 99 Jahren schritten die Kärntner zu den Wahlurnen und stimmten mehrheitlich für Österreich.

Ab November 1918 war es in Kärnten zu blutigen Kämpfen gekommen; nach dem Zusammenbruch der Monarchie gab es ungeklärte Grenzfragen, der neue SHS-Staat stellte Gebietsansprüche. Erst nach einer Volksabstimmung konnte die Grenze gezogen werden.

10. Oktober: Tag der Kärntner Volksabstimmung
Am 10. Oktober 1920 öffneten um 7 Uhr 97 Wahllokale. Teils singend, teils festlich gekleidet und mit Kärntner Abzeichen geschmückt, schritten viele zur Urne. Mancherorts waren aus Blumenkränzen Triumphbögen errichtet worden, wie Martin Wutte in „Kärntens Freiheitskampf 1918-1920“ (Verlag des Geschichtsvereines für Kärnten) berichtet.

Zu Mittag waren die meisten Stimmen abgegeben, um 18 Uhr war Wahlschluss. Die interalliierten Beobachter staunten über die extrem hohe Wahlbeteiligung von 95,8 Prozent.

Kärntner Volksabstimmung: Verbleib bei Österreich 
Am 11. Oktober begann die Auszählung, am späten Abend des 13. Oktobers stand das Ergebnis fest: 59 Prozent für den Verbleib bei Österreich! Da also 22.025 grüne Zettel abgegeben wurden, müssen, so Historiker Wilhelm Wadl im Buch „Der 10. Oktober 1920 - Kärntens Tag der Selbstbestimmung“, mindestens 10.500 Kärntner mit slowenischer Umgangssprache für Österreich votiert haben.

Albert Peter-Pirkham, das österreichische Mitglied der Abstimmungskommission, verkündete am 13. Oktober auf dem Neuen Platz in Klagenfurt das Ergebnis der Volksabstimmung vom 10. Oktober. Der Platz war in ein Lichtermeer getaucht, Jubel brandete auf und sollte tagelang nicht abebben.

Christina Natascha Kogler
Christina Natascha Kogler
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