08.10.2019 15:55 |

Nach Paris-Messermord

Gedenken an die Toten und „Kampf dem Terrorismus“

Mit einer Trauerfeier hat die Pariser Polizei Abschied von den vier Todesopfern der Messerattacke von vergangener Woche genommen. An der Zeremonie im Innenhof des Polizei-Hauptquartiers nahmen am Dienstag zahlreiche Vertreter des französischen Staats teil. Präsident Emmanuel Macron sagte in einer Ansprache, er verbeuge sich im Namen der Nation vor den Toten. „Sie sind im Dienst gestorben“, betonte er. Macron kündigte einen „unnachgiebigen Kampf“ gegen „den islamistischen Terrorismus“ an und rief die Gesellschaft zur „Wachsamkeit“ auf.

Ein langjähriger Polizeimitarbeiter hatte am Donnerstag vier Kollegen erstochen und zwei weitere verletzt, bevor er von einem Polizisten erschossen wurde. Hinweise auf seine Radikalisierung wurden offenbar lange missachtet.

Särge im Innenhof aufgebahrt
Im Innenhof des Polizeipräsidiums nahe der Kathedrale Notre-Dame waren die Särge der vier getöteten Polizeimitarbeiter aufgebahrt - dreier Männer und einer Frau. Bedeckt waren sie mit französischen Flaggen in den Farben der Trikolore. An der Zeremonie nahmen auch die früheren Präsidenten Nicolas Sarkozy und Francois Hollande teil.

Informatiker dürfte IS-Anhänger gewesen sein
Inzwischen gibt es immer mehr Hinweise auf einen islamistischen Hintergrund: Der Täter, der als Informatiker für die Polizei arbeitete, hatte nach Angaben der Zeitung „Le Parisien“ Propagandavideos der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat auf einem USB-Stick gespeichert. Darauf befanden sich zudem persönliche Daten von Dutzenden Kollegen. Befürchtet wird, dass er diese an Islamisten weitergeben wollte, mit denen er in Kontakt stand.

Zu spät auf Hinweise reagiert?
Unklar ist, warum im Fall des Täters nicht rechtzeitig Alarm geschlagen wurde. Der 45-Jährige war bereits 2015 aufgefallen, als er den islamistischen Anschlag auf die Redaktion der Satirezeitung „Charlie Hebdo“ mit zwölf Toten guthieß.

Wegen der Versäumnisse fordert das rechte politische Lager in Frankreich den Rücktritt von Innenminister Christophe Castaner. Er hatte eine „Funktionsstörung des Staates“ eingestanden. Castaner muss sich deshalb den Fragen von Parlaments-Gremien stellen, auch ein Untersuchungsausschuss ist geplant.

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