23.09.2019 08:59 |

Kontakt zu Identitären

„Sudelkampagne“: Kickl verteidigt Ex-Kabinettschef

Der ehemalige Kabinettschef aus dem Innenministerium, Reinhard Teufel, ist wegen angeblicher „intensiver Kontakte“ mit Identitären-Sprecher Martin Sellner in Kritik geraten. Nun hat ihn sein früherer Chef in der ORF-Sendung „Im Zentrum“ verteidigt: Der FPÖ-Klubobmann Herbert Kickl sprach von einem „Rufmord an einer untadeligen Person“.

Eine „übliche Sudelkampage“ und eine „dreckige Methode des Anpatzens“ - Ex-Innenminister Kickl fand am Sonntag deutliche Worte, um sich für seinen ehemaligen Mitarbeiter gegen die Vorwürfe einzusetzen, die in einem noch nicht publizierten Bericht des Bundesamts für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (BVT) erhoben worden sein sollen.

„In seiner Zeit als Kabinettschef herrschte Funkstille“
Die Auswertung der Handys von Sellner sollen den Kontakt mit Teufel bestätigen. Die beiden sollen über verschlüsselte Messenger-Dienste
kommuniziert haben. Teufel räumte lediglich ein, dem Identitären-Chef „hin und wieder SMS geschickt“ zu haben, als er noch Büroleiter von Ex-Sportminister Heinz-Christian Strache gewesen sei. In seiner Zeit als Kabinettschef im Innenministerium habe jedoch Funkstille geherrscht.

Kickl: BVT „so dicht wie ein Nudelsieb“
Auch Kickl will nicht glauben, dass sein Mitarbeiter ein enges Verhältnis zu Sellner gehabt haben soll. Er forderte in der Sendung „Im Zentrum“ Innenminister Wolfgang Peschorn auf, Beweise in Form der mutmaßlichen Textnachrichten vorzulegen. Er hinterfragte weiters, warum und wie ein Zwischenbericht der Behörde an die Presse weitergegeben wurde. Das BVT sei „so dicht wie ein Nudelsieb“ ärgerte sich Kickl.

Teufel auch wegen langer Wege mit Dienstwagen in Kritik
Es ist nicht der einzige Vorwurf, zu dem Teufel kürzlich Stellung beziehen musste. In nur 17 Monaten Amtszeit hatte dieser 96.000 Kilometer mit seinem Dienstwagen unternommen - zudem waren Polizisten als Chauffeure im Einsatz. Teufel, der derzeit niederösterreichischer Landtagsabgeordneter der Freiheitlichen ist und es nebenbei auch zu seiner Zeit als Kabinettschef war, rechtfertigte sich, dass er keineswegs täglich von seinem Zuhause im niederösterreichischen Scheibbs abgeholt und wieder zurückgebracht worden sei. Für die Privatnutzung der Dienstlimousinen habe er außerdem monatlich 600 Euro bezahlt.

Warnte Innenministerium Sellner vor Polizeirazzia?
Anfang August gab es Wirbel, weil der Identitären-Chef von einem Maulwurf im Innenministerium vor einer Razzia gewarnt worden sein soll. Auch hier fiel der Name Teufel - der 40-Jährige wies auch diesen Vorwurf zurück. Er gab gegenüber der „Krone“ „einen einmaligen persönlichen Kontakt“ zu - „danach aber nie wieder“.

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