Vor FPÖ-Parteitag

Herz-Schmerz-Botschaft von Hofer an Strache

Österreich
14.09.2019 09:28

Norbert Hofer hat am Abend vor seiner Wahl zum FPÖ-Chef in einem Facebook-Posting seinem Vorgänger Heinz-Christian Strache in überschwänglichen Worten gedankt. „Wir wissen, was Du für die FPÖ, für Österreich, das ganze Land und seine Menschen geleistet hast“, schrieb Hofer am Freitagabend. Heute wird er auf einem Bundesparteitag in Graz nach dem Ibiza-bedingten Abgang von Strache zum Obmann gewählt.

Hofer erinnert an die Übernahme der Partei durch Strache in „einer der schwärzesten Stunden“ der Freiheitlichen. „Nach der Abspaltung Jörg Haiders mit dem BZÖ hast Du den Mut gehabt, die verbliebenen aufrechten Freiheitlichen hinter Dir zu versammeln“, schreibt Hofer und ruft sich dabei selbst in Erinnerung: „Es waren nicht viele, die damals bei Umfragewerten von drei Prozent die Courage gehabt haben, mit Dir gemeinsam am Wiederaufbau einer am Boden liegenden Partei zu arbeiten. Einer davon war ich.“

„Enthusiasmus, Wille, hundertprozentiger Einsatz“
Strache habe mit seinem „Enthusiasmus“, seinem „hundertprozentigen Einsatz“ und seinem „Willen, einfach nicht aufgeben zu wollen“, das „freiheitliche Feuer neu entfacht“. Damals habe kaum jemand dem Wiederaufbau der FPÖ ohne Haider eine Erfolgschance gegeben. Hofer zieht zwischen dem Aufstieg der FPÖ und seiner persönlichen Biografie eine Parallele: Auch nach seinem Paragleiter-Absturz 2003 hätten ihm die Ärzte in einer ersten Diagnose „so gut wie keine Chance auf ein Leben ohne Rollstuhl eingeräumt“. Er habe aber „fest daran geglaubt“ und das Gegenteil bewiesen.

Dank für „Glaube an mich“ bei Hofburg-Wahl
Dann lässt Hofer noch einmal die Bundespräsidentenwahl 2016 Revue passieren: „Dein Glaube an mich war letztlich auch der Grund, dass ich mich überreden ließ, für das Amt zu kandidieren.“ Aus dem „Minimalziel“, die Stichwahl zu erreichen, wurde der „größte Wahlerfolg in der Geschichte der FPÖ“. Das Abschneiden bei der Hofburg-Wahl habe gezeigt, dass die FPÖ viele Gesichter habe.

Die Protagonisten des epischen Hofburg-Wahlkampfs 2016: Hofer und Bundespräsident Alexander Van der Bellen (Bild: APA/ROBERT JAEGER)
Die Protagonisten des epischen Hofburg-Wahlkampfs 2016: Hofer und Bundespräsident Alexander Van der Bellen

Hofer übernimmt FPÖ, Strache nicht am Parteitag
„Eine FPÖ ohne Heinz-Christian Strache war bis vor wenigen Monaten denkunmöglich - nun stehe ich kurz davor, die Partei zu übernehmen“, so Hofer. Er mache dies mit „großem Respekt und Demut“, erklärte Hofer, der sein Schreiben mit „Dein Norbert“ schließt. Strache selbst wird dem Parteitag nicht beiwohnen, wie er im Vorfeld in einem Facebook-Video erklärte.

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