„Krone“-Kolumne

Wettskandal: K.-o.-Schlag für unseren Fußball

„Krone“-Sportchef schreibt in seine Kolumne „Stopplicht“ über Martin Hinteregger und Sanel Kuljic.

Es gehört schon ein wenig, äußerst höflich ausgedrückt, Unbelehrbarkeit dazu. Wenn man als Teamspieler erst Ende Juli mit einem Video, auf dem man torkelnd in den Straßen Kitzbühels zu sehen ist, für einen handfesten Skandal sorgt. Um wenige Wochen später, offenbar wieder wegen zu exzessiven Alkoholkonsums, mit „Gleichgewichtsstörungen“ bei einem Teamtreffpunkt zu erscheinen.

Nein, Martin Hinteregger verhielt sich zweifelsohne alles andere als gescheit. Aber auch das Vorgehen des Fußballbundes in dieser Causa erscheint unter schiefem Licht. Warum gaukelt man Tausenden Fans eine Verletzung vor? Statt seine Nichtnominierung für das Polen-Match nicht gleich mit einem disziplinären Fehltritt zu begründen.

Doch selbst wenn diese Angelegenheit viel Grund zum Kopfschütteln gibt, wird der österreichische Fußball daraus zumindest langfristig keinen großen Schaden davontragen. Ganz im Gegensatz zu jener Geschichte, die Sie in der heutigen „Krone“ lesen können. Die wird ihn in seinen Grundfesten erschüttern. Ihm einen K.-o.-Schlag versetzen, von dem er sich nicht so schnell wieder erholen wird.

Vielleicht sogar nie mehr.

Zumindest dann, wenn sich die dort erhobenen Vorwürfe als richtig erweisen. Denn der frühere Teamspieler Sanel Kuljic, der im Zuge des Megawettskandals 2013 zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt worden war, spricht von neuerlichen Spielmanipulationen. Nicht etwa bei kleinen Dorfvereinen. Sondern in Österreichs höchster Spielklasse.

In der Bundesliga!

Haben es Kriminelle tatsächlich erneut geschafft, dass Mannschaften absichtlich Gegentore bekommen? Dass sie freiwillig verlieren? Es wäre zum Weinen. Zum Kotzen. So erschütternd, dass es dafür keine richtigen Worte gibt. Aber was denken dabei erst die Kinder und Jugendlichen, die Woche für Woche ihren Lieblingsklub anfeuern? Oder selbst enthusiastisch dem Ball nachjagen, sich über Siege so aufrichtig, ehrlich freuen? Für sie bricht eine Welt zusammen. Eine Welt, die nie wieder so schön sein kann, wie sie es bisher war.

Peter Frauneder, Kronen Zeitung

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