08.09.2019 11:05 |

Jagd auf Rekord

Erneute Pleite für Williams „super frustrierend“

Selbst für eine lebende Tennis-Legende wie Serena Williams schließt sich langsam das Zeitfenster ihrer Karriere. Vom Ehrgeiz und Leidenschaft für ihren Sport getrieben, ist die am 26. September 38 Jahre alt werdende US-Amerikanerin immer noch auf der Jagd nach einem Rekord für die Ewigkeit. Doch zum vierten Mal nach ihrer Babypause musste sie in einem Grand-Slam-Finale der Gegnerin gratulieren.

Ob sie den 24. Major-Titel schafft und mit der Allzeitrekordlerin Margaret Court (AUS) gleichzieht oder nicht: Serena Williams gilt schon jetzt als die Beste aller Zeiten. Court hatte 11 ihrer 24 Erfolge in Melbourne gefeiert, in Zeiten, als das Grand-Slam-Turnier „down under“ noch nicht mit den anderen Events gleichgestellt war und viele Spieler und Spielerinnen sich die strapaziöse Reise nicht angetan hatten. Und freilich auch nicht ausschließlich in der Profi-Ära.

20 Jahre nach ihrem ersten Major-Titel 1999 bei den US Open hätte Williams die Zahl 24 erreichen wollen. Doch die 17-jährige Serena von einst ist mittlerweile Mutter und sieht sich selbst den jungen Wilden der Gegenwart gegenüber. Nach Naomi Osaka (21 Jahre) ist es nun die 19-jährige Bianca Andreescu, die Williams im US-Open-Finale die Schneid abgekauft hat. Die endgültige Wachablöse scheint selbst für die US-Amerikanerin kaum noch vermeidbar.

Seit der Geburt ihrer Tochter hat Williams kein Turnier gewonnen und alle vier Grand-Slam-Finali (je zwei in Wimbledon und New York 2018 und 2019) jeweils ohne Satzgewinn verloren.

Ans Aufgeben denkt Williams dennoch nicht. „Ganz ehrlich, es ist wirklich super frustrierend. Ich bin so, so nahe dran und doch so weit davon entfernt“, gestand Williams im prall gefüllten großen Interviewraum in den Katakomben des Arthur Ashe Stadiums. „Ich weiß nicht, was ich sagen soll. Ich denke, ich muss einfach weitermachen, wenn ich eine professionelle Tennisspielerin sein will.“ Sie jage nicht unbedingt einem Rekord nach, behauptete sie. „Ich versuche einfach, Grand Slams zu gewinnen.“

Ein bisschen hat sie sich wohl selbst gesehen in diesem 33. Grand-Slam-Endspiel - auf der anderen Seite eine jüngere Version ihrer selbst. Williams meinte danach, sie habe in keinem Match bei diesem Turnier so schlecht gespielt wie ausgerechnet im Finale. „Bianca hat offensichtlich sehr gut gespielt. Zur gleichen Zeit ist es unentschuldbar für mich, auf so einem Level zu spielen.“

Williams muss ihre nächsten Finalchancen, sollte sie noch welche bekommen, besser nutzen, das weiß sie. „Ich glaube, dass ich besser spielen und mehr tun hätte können. Ich glaube, dass ich einfach mehr Serena hätte sein können“, sagte Williams und stellte klar fest: „Ich denke ehrlich nicht, dass Serena heute hier war. Ich muss herausfinden, wie ich sie in Grand-Slam-Finali wieder auf den Platz bringe.“

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