12.08.2019 16:17 |

4 Jahre nach Absturz

Lufthansa: „Die Opfer hatten keine Todesangst“

Vier Jahre nach dem geplanten Absturz eines Germanwings-Jets in den französischen Alpen streiten die Angehörigen der 150 Todesopfer noch um Schmerzensgeld. Doch das deutsche Unternehmen Lufthansa schrieb jetzt einer Klägerin: „Die Germanwings-Opfer hatten keine Todesangst!“

Fassungslos über das Schreiben ist Klägerin Marlies Weiergräber aus Nordrhein-Westfalen. Als Co-Pilot Andreas Lubitz den Germanwings-Flug 9525 absichtlich zum Absturz brachte, verlor sie ihren Bruder und dessen Tochter.

Schmerzensgeldklage 
Im Herbst soll bei einer mündlichen Verhandlung am Landesgericht in Essen die Schmerzensgeldklage von Weiergräber und weiteren Angehörigen der 150 Todesopfer verhandelt werden. Doch die deutsche Fluglinie dementiert, dass die Passagiere den Absturz mitbekommen hätten.

Anwalt der Angehörigen: „Kapitän hat Einlass verlangt“
Die Kläger haben aber Gegenbeweise: „Aufnahmen bestätigen, dass in den letzten zehn Minuten des Fluges mehrfach gegen die Cockpit-Tür geschlagen wurde. Der ausgesperrte Kapitän hat Einlass verlangt“, bestätigte Anwalt Elmar Giemulla der „Bild“. Experten gehen davon aus, dass Lufthansa mit dem Schreiben die Höhe des Schmerzensgeldes senken will.

Co-Pilot litt unter Depressionen
Weiters werfen die Kläger der Fluglinie vor, dass eine Untersuchung des 27-jährige Co-Piloten versäumt wurde, der bekannterweise an Depressionen litt. Die Lufthansa äußerte sich dazu: „Die Situation an Bord wurde von den Behörden ermittelt. Verfehlungen oder Pflichtverletzungen von flugmedizinischen Sachverständigen wurden nicht festgestellt.“

Kronen Zeitung

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