23.07.2019 13:53 |

Sieg in Stichwahl

Boris Johnson wird neuer britischer Premier!

Der haushohe Favorit hat sich durchgesetzt: Ex-Außenminister Boris Johnson wird Chef der konservativen britischen Tories und somit Premierminister. Er behielt in der Stichwahl seiner Partei die Oberhand gegen seinen Nachfolger im Außenministerium, Jeremy Hunt, wie Dienstagmittag bekannt wurde. Damit folgt Johnson als Regierungschef Theresa May nach, die im Dauerstreit um den Brexit zermübt aufgab.

Die Stichwahl der Tories war im Endeffekt eine klare Sache: Johnson bekam 92.153 Stimmen, Hunt 46.656, wie die Parteiführung mitteilte. Die etwa 160.000 Parteimitglieder hatten für die Entscheidung zwischen Johnson und Hunt mehrere Wochen Zeit gehabt. Am Mittwoch soll Johnson zum Premierminister ernannt werden.

Brexit vollziehen, Land vereinen, Corbyn besiegen
In einer ersten Reaktion kündigte Johnson an, das Chaos um den EU-Austritt Großbritanniens zu beenden und die Spaltung im Land zu überwinden. Die Ziele seien nun, den Brexit zu vollziehen, das Land zu vereinen und Oppositionschef Jeremy Corbyn zu besiegen, so Johnson am Dienstag. Er wolle den „Wunsch nach Freundschaft mit Europa“ und die „Sehnsucht nach demokratischer Selbstbestimmung“ vereinen. Der Brexit-Hardliner will Großbritannien am 31. Oktober aus der Europäischen Union herausführen - notfalls auch ohne Abkommen.

Trump: „Er wird großartig sein!“
Als einer der ersten Gratulanten stellte sich US-Präsident Donald Trump bei Johnson ein. „Er wird großartig sein!“, twitterte Trump, der mehrfach seine Sympathien für Johnson und dessen populistischen Politikstil geäußert und zugleich Vorgängerin May scharf kritisiert hatte. Die öffentlichen Einmischungen Trumps sorgten in Großbritannien vielfach für Verstimmung.

Corbyn: Johnson hat Land nicht hinter sich
Von der politischen Konkurrenz im eigenen Land kamen weniger freundliche Kommentare: Labour-Chef Corbyn forderte etwa umgehend Neuwahlen. Johnson sei von weniger als 100.000 Parteimitgliedern der Konservativen unterstützt worden und habe nicht das Land hinter sich gebracht, schrieb Corbyn auf Twitter. Ein EU-Austritt ohne Abkommen, wie ihn Johnson anstrebt, bringe Jobverluste und steigende Preise. „Die Bevölkerung unseres Landes sollte in einer Parlamentswahl entscheiden, wer Premierminister wird“, forderte der Oppositionsführer.

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