11.07.2019 13:00 |

Nach CO-Unfällen

Brandexperte: „Mobile Klimageräte sind ein No-Go“

Gleich zwei tragische Todesfälle, die auf Kohlenmonoxidvergiftungen zurückzuführen sind, haben in den vergangenen Wochen Wien erschüttert. Am Samstag brach eine 21-Jährige beim Duschen zusammen und starb. Ursache war eine verschmutzte Gastherme. Auch beim Todesfall eines 16-Jährigen hatte eine Gastherme zum Unglück geführt - in Verbindung mit einem mobilen Klimagerät. Wie kommt es zu solchen Unfällen? Und warum ist Kohlenmonoxid so gefährlich? Diese Fragen besprach Moderatorin Vanessa Kuzmich mit Christian Feiler, Oberbrandrat und Sprecher der Wiener Berufsfeuerwehr. Das ganze Interview sehen Sie oben.

„Kohlenmonoxid entsteht bei der Verbrennung. Es ist geruchlos, farblos und geschmacklos und daher mit den Sinnesorganen nicht wahrnehmbar. Befindet sich zu viel davon in den Atemwegen, führt das im Endeffekt leider zum Erstickungstod“, beschreibt Feiler die Gefahren dieses Gases. Das Problem bei den Gasthermen sei außerdem, dass das Gas „sehr schnell“ austrete und man die Gefahr daher nicht rechtzeitig erkennen könne, bevor man bewusstlos wird.

Jährliche Wartung und Reinigung der Therme nötig
Defekte Gasthermen führt Feiler vor allem auf die heißen Temperaturen im Sommer zurück: „An heißen Tagen ist die Temperaturdifferenz beim Austreten des Gases aus dem Rauchfang zu gering, es entsteht daher ein thermischer Stoppel im Rauchfang und das Gas kann nicht mehr austreten.“ Für diesen Fall gibt es aber technische Einrichtungen in der Therme, die dafür sorgen, dass sie sich abschaltet. Daher sollte einmal pro Jahr eine Wartung und Reinigung der Therme durchgeführt werden, empfiehlt der Oberbrandrat.

Viele Gasthermen holen sich den benötigten Sauerstoff für die Verbrennung zudem aus der Raumluft. Wenn hier beispielsweise noch ein mobiles Klimagerät hinzukommt, kann es passieren, dass durch den enstehenden Unterdruck die „Zugverhältnisse“ verändert werden. Das bedeutet, dass sich die Therme die Frischluft folglich aus dem Rauchfang nimmt. Mobile Klimageräte in Verbindung mit raumluftbezogenen Thermen seien daher ein „No-Go“.

Was kann man tun, um solche Unfälle zu verhindern?
Neben dem Verzicht auf billige Klimageräte rät der Brandexperte vor allem zum Kippen der Fenster in jenen Räumen, wo sich eine Gastherme befindet. Beim Duschen sollte die Badezimmertür offen bleiben. Auch CO-Warnmelder seien „nicht schlecht“ und würden zur Sicherheit beitragen.

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