01.07.2019 06:26 |

In Italien verhaftet

Bereits eine Million Euro Spenden für Kapitänin

„Wer Menschenleben rettet, ist kein Verbrecher.“ Unter diesem Motto haben die beiden deutschen Fernsehmoderatoren Jan Böhmermann und Klaas Heufer-Umlauf zu Spenden für die in Italien verhaftete Kapitänin Carola Rackete aufgerufen. Zehntausende Menschen sind diesem Aufruf gefolgt. Am Sonntagabend lag die Spendensumme bereits bei mehr als 687.000 Euro. Eine in Italien gestartete Sammelaktion erbrachte bisher Spenden in Höhe von mehr als 410.000 Euro. Der Kapitänin aus Kiel werden unter anderem Beihilfe zur illegalen Einwanderung sowie die Verletzung italienischer Hoheitsgewässer vorgeworfen. Sie soll am Montag von den ermittelnden Staatsanwälten befragt werden. Ihr drohen bis zu 15 Jahren Haft.

Bereits kurz nach dem Start der Aktion waren Spenden in Höhe von mehr als 140.000 Euro eingegangen. Heufer-Umlauf bedankte sich umgehend für die Spenden: „Wow! Vielen Dank an alle!“ schrieb er auf Twitter. Für den Fall, dass die italienischen Behörden Rackete strafrechtlich verfolgen würden, „werden wir, wie im letzten Jahr, Geld für die anfallenden Rechtskosten und Ausgaben der Lebensretter sammeln und spenden“. Die Aktion soll bis Ende Juli laufen.

Das Rettungsschiff Sea-Watch 3 hatte in der Nacht auf Samstag nach mehr als zwei Wochen auf offener See mit 40 Migranten unerlaubt im Hafen der italienischen Insel Lampedusa angelegt. Die Kapitänin wurde festgenommen, das Schiff beschlagnahmt (siehe Video unten).

Salvini: „Sie haben die Maske abgelegt: Das sind Verbrecher“
Der italienische Innenminister Matteo Salvini hatte einen Zusammenstoß der Sea-Watch 3 beim Einlaufen in den Hafen von Lampedusa mit einem Boot der Finanzpolizei als Beweis gewertet, dass es sich bei den Seenotrettern um „Kriminelle“ handelt. „Sie haben die Maske abgelegt: Das sind Verbrecher“, sagte er. Für dieses Manöver entschuldigte sich Rackete in einem Zeitungsinterview am Sonntag. „Ich wollte niemanden in Gefahr bringen, es war ein Fehler bei der Annäherung zum Hafen“, sagte die Deutsche gegenüber der „Corriere della Sera“. Für sie habe der Schutz der Migranten höchste Priorität gehabt, betonte Rackete.

Europaweite Empörung über Festnahme
Die Festnahme Racketes hat in ganz Europa Empörung ausgelöst. Mehrere Spitzenpolitiker, darunter die Außenminister Deutschlands und Luxemburgs, Heiko Maas und Jean Asselborn, stellten sich am Wochenende hinter die Kapitänin. In Deutschland forderte die Fraktion der Linken die Regierung am Sonntag auf, sich für die Freilassung Racketes einzusetzen. Außenminister Maas schrieb auf Twitter: „Seenotrettung darf nicht kriminalisiert werden.“ Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier übte Kritik an Italien: „Auch wenn es Rechtsvorschriften zum Anlaufeneines Schiffen im Hafen gebe, darf von einem Land wie Italien erwartet werden, dass man mit einem solchen Fall anders umgeht.“

AfD: „Rackete ist eine gewöhnliche Kriminelle“
Für die AfD hingegen ist die Kapitänin eine „gewöhnliche Kriminelle“. Es sei europaweiter Konsens, dass die Schlepperei im Mittelmeer rechtswidrig ist. Daher sei die Festnahme von Rackete „ein völlig normaler Vorgang“, erklärte AfD-Bundestagsabgeordneter Peter Bystron.

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