Trainer präsentiert

Neo-Coach Glasner fuhr im VW-Bus in Wolfsburg vor

Oliver Glasner hat sich höflich und betont gelassen in der deutschen Bundesliga vorgestellt. Der frühere LASK-Trainer dankte erst seinem Vorgänger beim VfL Wolfsburg für das Erreichen der Europa League. Und versuchte danach ruhig, Befürchtungen ob der sich wohl ändernden Spielphilosophie beim Tabellensechsten der abgelaufenen Saison aus dem Weg zu räumen.

Seinem neuen Job fuhr Glasner so entgegen, wie es sich für einen Trainer beim Werksklub VfL Wolfsburg gehört: Der 44-Jährige lud sein Trainerteam in einen VW-Bus und fuhr mit ihnen die rund 700 Kilometer von der alten Heimat bis zum neuen Arbeitgeber in der Volkswagen-Stadt. „Meine Familie habe ich nicht mehr reinbekommen“, scherzte er am Freitag bei seiner offiziellen Vorstellung.

Als sich Glasner im April für die Wolfsburger entschied, war deren Europa-League-Teilnahme noch alles andere als sicher. Seinem Vorgänger dankte er nun öffentlichkeitswirksam. „Ich möchte dem VfL und auch dem vorherigen Trainerteam um Bruno Labbadia noch einmal zu der erfolgreichen vergangenen Saison gratulieren. Es ist für den VfL Wolfsburg eine tolle Sache, wieder international zu spielen“, sagte Glasner, der in Wolfsburg einem Dreijahresvertrag unterzeichnet hat. „Ich bin mit meinem Trainerteam jetzt der Profiteur.“ Der Winkelzug kam in Deutschland offenbar gut an. „So höflich hat sich selten ein Trainer in der Bundesliga eingeführt“, schrieb die Deutsche Presse-Agentur.

Er will in Wolfsburg „Top-Voraussetzungen“ vorgefunden haben. „Die Trainingsbedingungen sind hervorragend. Der Verein ist sehr ambitioniert“, sagte der Oberösterreicher, der neben Adi Hütter (Frankfurt) nun Österreichs Trainerfahne im deutschen Oberhaus hochhält. „Mit Jörg Schmadtke (Sport-Geschäftsführer) und Marcel Schäfer (Sportdirektor) habe ich hier zwei Leute an meiner Seite: Der eine ist schon sehr lange in der Bundesliga. Der andere schon sehr lange beim VfL.“

Der Kader stand vor dem Trainingsauftakt am Sonntag bereits zum Großteil. „Wir haben sehr gute und sehr charakterstarke Spieler dazubekommen“, sagte Glasner mit Blick auf die bisher fixierten Neuzugänge Xaver Schlager (Salzburg), Joao Victor (LASK), Kevin Mbabu (Young Boys Bern) und Paulo Otavio (FC Ingolstadt). Der Dortmunder Maximilian Philipp und ein Verteidiger könnten sich laut Medienberichten noch dazugesellen.

Ein konkretes Saisonziel haben Glasner und Schmadtke am Freitag nicht formuliert. Und die Befürchtung, dass es einige Zeit dauern könnte, bis das Team die Umstellung von Labbadias Ballbesitz- auf Glasners Umschaltfußball verinnerlicht hat, hielten beide für übertrieben. „Wir orientieren uns am modernen Fußball“, sagte der neue Trainer. „Der wird immer schneller und immer dynamischer. Es ist aber nicht so, dass man Abitur braucht, um meinen Stil zu verstehen.“ Glasners erste Prüfung folgt Mitte August mit einem Heimspiel gegen den 1. FC Köln.

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