16.06.2019 06:01

Eltern schlagen Alarm

Jugendbanden bedrohen Kinder auf ihrem Schulweg

Nicht nur die Seestadt Wien-Aspern, auch Kagran hat offensichtlich ein handfestes Problem mit aggressiven Jugendbanden. Seit April lauern zwei Teenager-Gangs Kindern auf dem Schulweg auf. Die Täter fordern Geld und geben vor, Messer bei sich zu tragen. Wer keine Scheine und Münzen herausrückt, dem wird Gewalt angedroht.

„Besonders schlimm ist es um die U-Bahn-Stationen Rennbahnweg, Kagraner Platz und Kagran“, sagt Beatrice S., Mutter dreier Söhne. Zehn- und Elfjährige werden auf dem Weg zum Unterricht drangsaliert, „ausgesackelt“ und in sozialen Medien bedroht. Ein 15-Jähriger sei sogar zur Wohnung seiner Eltern „begleitet“ und gezwungen worden, noch mehr Geld von zu Hause zu holen, erzählt Beatrice S.

Sie steht mit anderen Opfer-Eltern und den Jugendzentren in engem Kontakt und hat die Polizei alarmiert. Die Täter - meist tschetschenischer Herkunft - sind großteils bekannt. Allerdings unter 14 Jahre alt - und damit strafunmündig.

„Haben Angst, dass das ganze Viertel kippt“
Der Exekutive sind weitgehend die Hände gebunden. „Die Polizei kann nur die Symptome solcher Fehlentwicklungen abarbeiten, das Grundproblem ist von anderer Seite anzugehen“, erklärt ein Polizeisprecher. Dennoch gebe es laufend Aktionen, die auf Jugendkriminalität abzielen, sowie eigene Spezialisten in den Inspektionen. Den Betroffenen ist das zu wenig: „Wir haben Angst, dass das ganze Viertel kippt. Wo ist die Jugendarbeit an den Hotspots, wo sind die Streetworker an den Öffi-Stationen und Schulen?“

NEOS: „Gefahr in Verzug!“
NEOS-Wien-Klubchef Christoph Wiederkehr kann die Ängste der Eltern und Kinder verstehen: „Es kann nicht sein, dass unsere Kinder Angst auf dem Schulweg haben müssen“, sagt er. Und er plädiert ebenfalls für mehr Sozialarbeiter vor Ort. Denn: „Es ist Gefahr in Verzug!“

Alex Schönherr, Kronen Zeitung

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