13.06.2019 06:00 |

Zugriff mitten in Wien

Millionenbetrüger vor Life-Ball-Besuch gefasst

Eigentlich wollte er zum Life Ball - doch statt auf der Zirkus-Party landete ein mutmaßlich krimineller US-Arzt in der Zelle! Der weltweit gesuchte Doktor soll mittels illegalen HIV-Medikamentenhandels 7,3 Millionen Dollar (rund 6,5 Millionen Euro) ergaunert haben. Zielfahnder des Bundeskriminalamtes legten ihm in Wien die Handschellen an.

Das Betrugssystem von James L. war raffiniert und funktionierte seit Mai 2018: Der 71-jährige Arzt aus Kalifornien steht im Verdacht, HIV-Patienten das Medikament Serostim verschrieben zu haben. Was diese schließlich von verschiedensten Krankenversicherungen kostenlos erhielten. Der Doktor kaufte dann den Patienten das Medikament ab und machte damit bei betuchten Kunden das große Geld.

Hautstraffendes Anti-Aging-Produkt
Hintergrund: Serostim wird neben der HIV-Behandlung auch als hautstraffendes Anti-Aging-Produkt eingesetzt. Seine Mittäter, unzählige HIV- und AIDS-Patienten, erhielten als Gegenleistung Gratisbehandlungen und wurden finanziell entlohnt.

7,3 Millionen Dollar
Um 7,3 Millionen Dollar soll der Mediziner so das amerikanische Gesundheitswesen geprellt haben. Dennoch bekam er den Hals nicht voll: Um neue Mittäter zu ködern, war James L. mit seinem Freund extra zum Life Ball gereist. Die Tickets hatte der weltweit gesuchte Kalifornier aber umsonst gekauft: Zielfahnder des Bundeskriminalamtes stöberten ihn in Zusammenarbeit mit hier stationierten FBI-Beamten noch vor dem Event auf und verhafteten ihn auf offener Straße in der Wiener City. Einen Tag später, und er wäre dahin gewesen - im Flieger Richtung Tel Aviv.

Klaus Loibnegger, Kronen Zeitung

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