Gifte und Milben:

14.000 Bienenvölker überlebten Winter nicht

14.000 Bienenvölker haben in Oberösterreich den Winter nicht überlebt. Das sind 23 Prozent, ein Wert am oberen Ende der Verluste-Skala von bisher 8,1 bis 28,4 Prozent. Da laut einer neuen Studie tatsächlich auch Pestizide zu den Winterverlusten beitragen, wird der Ruf nach einen Verbot der Bienengifte noch lauter.

Zwei Stressfaktoren setzen Bienen besonders zu: Insektizide, also Gifte gegen Insekten, und die Varroa-Milbe. Hauptbedrohung ist eine Kombination dieser beiden Faktoren, das hat eine internationale Studie in der Schweiz belegt. Besonders die langlebigen Winterbienen sind betroffen.

Dramatische Winterverluste
Vor dem Hintergrund der heuer wieder dramatischen Winterverluste in Oberösterreich erscheint diese Studie noch bedeutsamer: Sie betragen 23 Prozent des Geamtbestandes, das sind 14.000 Bienenvölker, was einem Schaden von 2,5 Millionen Euro entspricht.

Appell an Regierung
„Was der Biene und den Insekten schadet, hat am Acker und im Garten nichts verloren!“, bekräftigt Landesrat Rudi Anschober (Grüne): „Ich appelliere an die Übergangsregierung, das überfällige Verbot von Glyphosat und anderen Bienengiften endlich durchzusetzen.“ Er denkt aber nicht nur an Verbote: „Es braucht jetzt auch Anreize für eine bienenschonende pestizidfreie Landwirtschaft.“

Verdacht bestätigt
Das kann Johann Gaisberger, der Präsident des Landesverbandes für Bienenzucht, nur unterschreiben: „Die vorliegende Studie bestätigt unseren Verdacht, dass es einen Zusammenhang zwischen Pestizideinsatz und Wintersterblichkeit von Bienenvölkern gibt.“
Rudi Anschobers überparteiliche Initiative zum Schutz von Bienen, Böden und Artenvielfalt erfährt immer mehr Unterstützung. Mehr auf www.ooebluehtauf.at.pö

Werner Pöchinger, Kronen Zeitung

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