02.04.2010 09:37 |

Für 51 Millionen €

TV-Rechte der Bundesliga an Sky und ORF

Die österreichische Bundesliga und Sky gehen weiter gemeinsame Wege. Wie nach der Präsidenten-Konferenz am Donnerstagabend bekannt wurde, einigten sich die Liga-Vertreter und der Pay-TV-Sender auf eine weitere dreijährige Zusammenarbeit ab der Saison 2010/11. Als Free-TV-Partner von Sky wird wie bisher der ORF fungieren, der wie gehabt 36 Sonntag-Partien zeigt. Die Klubs lukrieren für die Vertragslaufzeit insgesamt 51 Millionen Euro.

Vier Anbieter - die Rechteagentur Kentaro, Servus TV, Sky und der ORF - hatten in der Präsidenten-Konferenz vor den Klub-Vertretern ihre Konzepte präsentiert. Das Rennen machte nach siebenstündiger Diskussion schließlich das bewährte Duo. Der neue Deal bringt den heimischen Fußballfans wieder drei Dutzend Partien im Free-TV und spült pro Saison rund 17 Millionen Euro in die Kassen der Vereine, die mit Ausnahme des Mateschitz-Klubs Red Bull Salzburg einstimmig für diese Lösung votierten.

Alle 180 Spiele in voller Länge
Konkret wird es ab der Saison 2010/11 auf Sky am Freitag kein Bundesliga-Spiel mehr, am Samstag dafür vier - Beginnzeit ist jeweils 18.00 Uhr - geben. Alle Begegnungen sind, auch das ist neu, in voller Länge zu sehen. Am Sonntag um 16.00 Uhr kommt dann jeweils der ORF gemeinsam mit Sky zum Zug. Auch bei englischen Runden während der Woche wird diese Aufteilung beibehalten. Die Erste Liga wird wieder im Free-TV zu sehen sein, ORF Sport Plus überträgt ein Spiel pro Runde. "Es wird ein zweites Live-Spiel geben, oder die Konferenz wird weitergeführt. Das ist noch offen", sagte Karlheinz Kopf, Aufsichtsratsvorsitzender von Erstligist Altach.

ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz zeigte sich nach der Entscheidung zufrieden: "Wir sind insgesamt sehr froh, dass wir die 36 Live-Spiele haben." Ausschlaggebender Grund für den Zuschlag waren nach Ansicht des ORF-Generals "das umfassende Paket, der Umfang der Berichterstattung, die Qualität und die Reichweitenstärke der Sender". Der ORF wird die Sonntagsspiele selbst und in HD produzieren.

Rapid-Boss Edlinger: "Eine gute Lösung"
Zufrieden zeigte sich auch Rapid-Präsident Rudolf Edlinger nach der Sitzung. "Das ist eine gute Lösung. Ich bin eigentlich froh, dass ich das damals aufgehalten habe", sagte er.

Auch Bundesliga-Präsident Hans Rinner sprach von einem "Meilenstein im Sinne des österreichischen Profi-Fußballs". Über die genaue Aufteilung der Kosten zwischen Sky und ORF hielt aber auch er Stillschweigen. Die Steigerung ist freilich auch Servus TV zu verdanken, dessen Eintritt ins Bieterverfahren erst monetäre Bewegung in die Sache brachte.

"Wir sind überzeugt, dass die Fortsetzung der Zusammenarbeit mit den bewährten Partnern für Klubs, Fans und allen am Fußball Interessierten die bestmögliche Lösung darstellt", kommentierte Rinner das Ergebnis, das eine Erhöhung der Lizenzerträge um knapp drei Millionen Euro bzw. knapp 17 Prozent bringt.

Servus TV lockte mit Bewerbssponsoring
Rinner musste freilich die Erstligisten auch von der ORF-Lösung überzeugen. Servus TV lockte die "zweite Garde" schließlich mit dem Bewerbssponsoring als ADEG-Nachfolger (der Vertrag läuft mit dieser Saison aus). "Es gab große Sympathie für Servus TV, aber es hätte keine Zweidrittelmehrheit gegeben", sagte Kopf. Dieses Quorum (Bundesliga-Klubs haben jeweils fünf, die Erste-Liga-Clubs je drei Stimmen) war Bedingung für das Zustandekommen des neuen Vertrags.

Rinner zeigte zwar Verständnis angesichts der in Aussicht gestellten 700.000 Euro für die Erstligisten, mahnte aber auch zur Einigkeit. "Wir wollen, dass die Liga zusammenwächst. Und es gibt eben große Klubs, die leben von Sponsoren. Da ist es wichtig, Marktpräsenz zu haben. Und bei dem Servus-Angebot wäre da alles rausgeflogen. Die Reichweite vom ORF kannst du gegenüber einem Sponsor nicht so einfach wettmachen."

Servus TV bot 19 Millionen Euro
Gänzlich ist Servus TV, das kolportierte 19 Millionen Euro geboten haben soll, freilich noch nicht aus dem Rennen. Denn die Rechte für eine Fußball-Show wurden am Donnerstag nicht vergeben, sie liegen weiterhin bei der Bundesliga. Servus TV gilt auch in dieser Beziehung als Ansprechpartner. Jedenfalls kann sich die Liga weiteres Geld erhoffen. "Da kann man bis zu drei Millionen lukrieren", sagte Rinner.

Ursprünglich hätte über den neuen Fernsehvertrag schon Mitte Jänner abgestimmt werden sollen, aber Rapid hatte erfolgreich Veto gegen das bereits auf dem Tisch gelegene Angebot von Sky eingelegt. Daraufhin musste das Geschäft neu ausgeschrieben werden, die Frist dazu lief am 25. Februar ab. Seit damals hatte Liga-Vorstand Georg Pangl und die Arbeitsgruppe "mediale Rechte" die Offerte evaluiert.

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