Di, 25. Juni 2019
20.05.2019 07:00

In der Grellen Forelle

Alex Aiono: Pop mit Verantwortungsbewusstsein

Für seine vielversprechende Karriere zog die ganze Familie in eine andere Stadt und setzte alles auf eine Karte - neun Jahre später ist Alex Aiono nicht nur erfolgreicher YouTuber und Hitlieferant, sondern tourt auch quer um den Globus. Mit Mainstream-Pop, einer positiven Lebenseinstellung und bekannten Songs kommt er nun in die Grelle Forelle nach Wien.

Die brandneue Single „Her“ hat der US-Popstar Alex Aiono eigentlich mit einer Ex-Freundin im Hinterkopf geschrieben, währenddessen aber schnell bemerkt, dass man die Grundthematik des Songs auch schnell erweitern könnte. So vernetzte er sich schließlich mit dem LGBT-Organisationen GLSEN, GLAAD und The Phuid Project, um sich über Diversity-Themen, Garderoben und schlussendlich auch das richtige Casting für das Video zu informieren. Im Endeffekt wurde aus einem Beziehungssong eine globale Botschaft, die für Gemeinschaftlichkeit und Universalität stehen sollte. „Das Video dazu macht den Song einfach reicher“, erklärte er dem „Paper Mag“ in einem Interview, „ich wollte mir, meinen Freunden und auch allen anderen Menschen auf der Welt damit klarmachen, dass meine Auffassung von ,jeder‘ auch wirklich jeden beinhaltet. Es macht keinen Unterschied, wer du bist.“

Von Phoenix nach LA
Für Aiono ist „Her“ nur der nächste folgerichtige Schritt in einer Karriere, die bislang ausschließlich Highlights kannte und wie ein Märchen anmutet, das so nur in den USA entstehen kann. Die ersten Songs hat das Naturtalent bereits im zarten Kindesalter von acht in seinem Schlafzimmer in Phoenix, Arizona geschrieben. Mit 14 hat die Familie alles auf eine Karte gesetzt und zog mit dem ambitionierten Spross ins Musikmekka Los Angeles. „Meine Familie hat für mich wirklich alles liegen- und stehengelassen“, erinnert er sich im „Krone“-Interview zurück, „manchmal muss ich mich selbst zwicken, um mir das Opfer vor Augen zu führen, das sie für mich gebracht haben. Mit 14 hätte ich nicht alleine nach LA ziehen können, da konnte ich mir ja noch nicht einmal selbst ein Sandwich zubereiten.“ Die ganze Familie lebte spartanisch in einem Ein-Zimmer-Apartment, während Aiono sich seine ersten Sporen als Straßenmusiker am Santa Monica Pier verdiente - bis zu einer schicksalshaften und karriereprägenden Begegnung.

Einer seiner heutigen Manager entdeckt ihn und nur wenig später veröffentlicht er im zarten Alter von 17 seine erste Single „Doesn’t Get Better“ und kurz darauf die Debüt-EP „Young & Foolish“, dessen Titelsong er mit niemand Geringerem als John Legend verfasste. Der Pop-Superstar aus Amerika konnte durch die Manager-Kontakte akquiriert werden, nebenbei ist er seit jeher das größte Idol des jungen Aiono. „All das ist Teil meiner seltsamen Reise, die nicht aufzuhören scheint“, schmunzelnd er mit sympathischer Bescheidenheit, „die Zeit als Straßenmusiker, das Veröffentlichen einer EP ohne Unterstützung eines Labels, der Kontakt mit John oder auch die Phasen, wo ich völlig pleite frisch in New York angekommen einmal Geld für das nächste Mittagessen erbetteln musste. Wenn ich auf einem Zwölf-Stunden-Flug von LA nach Europa bin, dann habe ich immer Zeit, diese Dinge in meinem Kopf richtig einzuordnen. Ich führe ein unheimlich gesegnetes Leben.“

Noch immer ein Kind
Richtig Fahrt nahm seine Karriere dann 2016 auf. Auf seinem millionenfach gestreamten YouTube-Kanal wurde er mit Mash-Ups wie etwa „One Dance“ von Drake oder „Hasta el Amanecer“ von Nicky Jam binnen weniger Monate zu einem absoluten Superstar, dem die Fans auch aufgrund seiner Fähigkeiten zur Interaktion zu Füßen lagen. „Work The Middle“ oder die „Hot2Touch“, die Co-Produktion mit dem deutschen Star-DJ Felix Jaehn folgten. „Es gibt nicht viele Dinge, die mich vom Boden der Realität fegen können, noch nicht einmal Unmengen von Bargeld“, lacht er, „ich bin durch meine tolle Familie und gute Freunde wirklich geerdet. Natürlich fliege ich derzeit durch die Welt, habe Millionen von Fans und kann nicht jeden Tag immer gleich gut drauf sein, aber tief in meinem Inneren bin ich immer noch das Kind, das auf den Straßen von Santa Monica Gitarre spielt und darauf hofft, dafür ein anerkennendes Lächeln zu bekommen.“

Aus diesen Sphären ist der heute 23-Jährige längst hinausgewachsen, der Hype ist in den letzten eineinhalb Jahren aber auch wieder etwas abgeflacht. Für Aiono kein Problem. „Ich habe den sowieso nie wirklich mitbekommen. Ich will einfach echt und authentisch sein, das war schon immer so. Natürlich gehe ich auch in Clubs und auf Partys, aber ich rauche nicht, trinke keinen Alkohol und nehme keine Drogen. Ich bin mir meiner Verantwortung auf den einzelnen Social-Media-Kanälen bewusst. Ich poste keine Bilder, wo ich protzig in einem Privatjet herumhänge, denn wie jeder andere auch fliege ich in der gewöhnlichen Holzklasse. Ich erzähle die gleichen dämlichen Witze im Netz, die ich Leuten auch im realen Leben erzähle. Ich bemühe mich wirklich, ein gutes Vorbild für die Leute zu sein. Von sieben Tagen in der Woche habe ich vielleicht einen, wo ich nicht total happy bin. Dann Positives zu vermitteln ist nicht immer leicht, aber wenn man eine Stimme hat, die von Millionen Menschen gehört wird, dann sollte man sie verantwortungsvoll einsetzen.“

Live in der Grellen Forelle
Das „Mr.-Nice-Guy-Image“ ist dem Strahlemann mit dem Hang zum Multiinstrumentalisten besonders wichtig, mit Oberflächlichkeiten wie etwa im Gangsta Rap oder anderen Musikformen fängt er gar nichts an. „Jeder Mensch kennt diese Momente von Unsicherheit, Verbitterung oder Eifersucht, aber ich sehe meine Aufgabe darin, mit meiner Musik und meinen Texten so ehrlich und echt zu sein, dass ich etwaige negative Gefühle in den Hörern zu etwas Gutem verwandeln kann.“ Zu einem vollen Album hat es bislang noch nicht gereicht, angesichts seiner Netz-Popularität und der steten Erfolge mit einzelnen Singles ist aber ohnehin fraglich, ob dies ein primär angestrebtes Karriereziel sein muss. Wer Alex Aiono und seine vertonten Botschaften zum Glücklichsein live sehen möchte, der sollte am 27. Mai in die Grelle Forelle nach Wien gehen. Dort spielt er einen exklusiven Österreich-Gig. Karten gibt es noch unter www.oeticket.com.

Robert Fröwein
Robert Fröwein

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