15.04.2019 06:00 |

„Soldaten vor Vorhang“

Lernen von der US-Armee: Heer kooperiert ab 2020

Nach sieben Jahren ist erstmals wieder ein Verteidigungsminister auf offiziellem Besuch in den Vereinigten Staaten. Seine Visite nutzte Mario Kunasek (FPÖ) auch, um neue Ausbildungsmöglichkeiten für Österreichs Soldaten an Land zu ziehen. „Krone“-Redakteurin Sandra Schieder begleitete den Minister auf seiner US-Reise. 

Sein erster offizieller Besuch außerhalb Europas als Minister führte Mario Kunasek (FPÖ) in die USA. Dort hat er unter anderem Kooperationen im Ausbildungsbereich zwischen dem Bundesheer und der US-Armee an Land gezogen. Zwar gibt es bereits Kooperationen, ab 2020 sollen sich für Österreichs Soldaten aber neue Ausbildungsschienen auftun.

Ein Semster an US-Streitkräfte-Akademien möglich
Wer etwa eine Offiziersausbildung macht, soll die Möglichkeit haben, während dieser ein Semester an Akademien der US-Streitkräfte zu studieren. US-Marines wiederum sollen künftig eine Alpinausbildung absolvieren können. Auch zwischen der US-Nationalgarde und dem Milizverband wurde eine Partnerschaft vereinbart - beide sollen in Sachen Grenzschutz voneinander lernen.

Außerdem werden Unteroffiziere ein Auslandssemester an einer Akademie in El Paso im Bundesstaat Texas verbringen können. Umgekehrt öffnet die Heeresunteroffiziersakademie in Enns für US-Unteroffiziere ihre Pforten. Kunasek, der selbst an der Heeresunteroffiziersakademie war, ist es „ein Anliegen, Unteroffiziere aus dem Schatten und vor den Vorhang zu holen“.

Kritik an Kontakten der FPÖ nach Russland
Die USA sind zweifelsohne an Kooperationen mit Österreich interessiert - die Kontakte der FPÖ nach Russland werden dennoch kritisch gesehen. Hinter vorgehaltener Hand bestätigen Insider, dass die FPÖ durch das verstärkte Engagement in den USA auch ihren russlandfreundlichen Stempel loswerden möchte. Kunasek verneint das zwar und meint, dass er sich vielmehr „alle Gesprächskanale offenhalten“ wolle. Nachsatz: „Ich persönlich hatte nur einen Kontakt nach Russland und das war die Hochzeit von Frau Kneissl (Karin, Außenministerin, Anm.), auf der ich den Herrn Putin (Wladimir, Präsident, Anm.) getroffen habe“.

Foto aus 2015 zeigt Kunasek mit Identitären
Indessen geht in Österreich auch die Debatte über die Verbindungen der FPÖ zu den Identitären munter weiter. Am Wochenende wurde ein Foto aus dem Jahr 2015 publik, auf dem die damaligen Nationalratsabgeordneten Mario Kunasek und Gernot Darmann mit einem Identitären zu sehen sind.

Kunasek bestreitet, bis auf seinen Parteifreund Darmann jemandem auf dem Bild gekannt zu haben. „Man kann sich nicht aussuchen, wer mit einem auf ein Foto kommt“, so Kunasek.

Sandra Schieder, Kronen Zeitung

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