08.04.2019 15:58 |

Auch in Österreich

Gefährlicher „Augenwurm“ breitet sich aus

In Europa wurden in den vergangenen Jahrzehnten vermehrt Infektionen mit dem „orientalischen Augenwurm“ bei Haustieren und Menschen festgestellt. Forscher der Veterinärmedizinischen Universität (Vetmeduni) Wien berichten nun vom ersten Fall der Augenkrankheit bei einer österreichischen Katze. Sie empfehlen deshalb Human- und Tiermedizinern, bei Bindehautentzündungen einen Befall mit dem Augenwurm zu erwägen.

Der von speziellen Fruchtfliegen übertragene Fadenwurm namens Thelazia callipaeda befällt den Bindehautsack und die damit verbundenen Augengewebe von Haus- und Wildtieren, aber auch von Menschen. Da der Parasit ursprünglich in Ländern des Fernen Ostens vorkam, wird er häufig als „orientalischer Augenwurm“ bezeichnet. Der erste Fall in Europa wurde 1989 in Italien beschrieben, in den Jahren darauf breiteten sich die Infektionen zunehmend in immer mehr europäischen Ländern aus.

In Österreich wurden in den vergangenen Jahren etwa eine Handvoll Infektionen bei Hunden nachgewiesen. Allerdings konnte bei diesen Tieren eine vorhergehende Herkunft aus bzw. ein Aufenthalt im Ausland nicht ausgeschlossen werden, erklärte Georg Duscher vom Institut für Parasitologie der Vetmeduni.

Erster Fall einer im Inland erkrankten Katze
Nun haben die Wissenschaftler in einer im Fachjournal „Parasitology Research“ veröffentlichten Arbeit den ersten Fall einer Infektion mit Thelazia callipaeda bei einer Katze aus Deutschlandsberg in der Weststeiermark beschrieben, die definitiv vorher nicht im Ausland war bzw. von dort stammt.

Das sei ein deutlicher Beleg für die Vermutung, dass der Übertragungszyklus des Parasiten mittlerweile direkt auf heimischem Boden stattfindet, so die Forscher. Sie konnten die Katze durch mechanische Entfernung des Parasiten und medikamentöse Behandlung vollständig von den Symptomen, etwa Ausfluss aus dem geröteten Auge, befreien.

Zunahme an Erkrankungen wird erwartet
Für Duscher ist „ein verstärktes Bewusstsein bei Medizinern und Veterinärmedizinern unerlässlich, um weitere Infektionen bei Tieren und Menschen zu verhindern“. Aufgrund von Vergleichsdaten aus dem Ausland erwarten die Experten in den kommenden Jahren eine Ausweitung auf neue Gebiete in Österreich und eine deutliche Zunahme an Erkrankungen.

Wie der Parasit nach Österreich kam, ist noch unklar. Es könnte sein, dass T. callipaeda über Reisen bzw. den illegalen Handel mit Haustieren oder den Import von streunenden Hunden ins Land gekommen ist. Auch Wanderbewegungen infizierter Wildraubtiere, insbesondere von Füchsen oder Goldschakalen, könnten zur Ausbreitung beitragen, so Experten.

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